Unnötig totalitär

Wie lassen sich moderne Diktaturen auch ohne Totalitarismuskonzept erklären?

Der Begriff »Totalitarismus« wurde erstmals in den zwanziger Jahren in Italien etabliert. Er diente Sozialdemokraten und Liberalen als politisches Schlagwort, um das pluralistische System gegen Mussolini und seinen »totalen Staat« zu verteidigen. In den dreißiger Jahren begann dann die wissenschaftliche Auseinandersetzung um »totalitäre Herrschaft«. Aus zeitgenössischer Sicht schien eine neue Art von Terror die Bühne betreten zu haben, einerseits in Form der barbarischen Entfaltung des Nationalsozialismus, andererseits mit den »Großen Säuberungen« in der stalinistischen Sowjetunion. Spätestens als das nationalsozialistische Deutschland und die Sowjetunion begannen, auch außenpolitisch und militärisch zusammenzuarbeiten, erschien »Totaliarismus« als passender Begriff, beide Systeme bezeichnen und erklären zu können.

Dabei blieb die Interpretation immer recht eng mit der Tagespolitik verbunden: Vor 1939 waren es christlich-normativ argumentierende Autoren wie Waldemar Gurian oder die US-amerikanische Wissenschaft, die italienischen Faschismus, deutschen Nationalsozialismus und Stalinismus verglichen und gleichsetzten – als Gefahr für die jeweils eigene (christliche oder liberale) Ordnung. Spätestens mit dem Hitler-Stalin-Pakt begannen auch ehemalige Kommunisten und andere Linke wie Franz Borkenau mit der vergleichenden bis gleichsetzenden Analyse der nationalsozialistischen und der stalinistischen Herrschaft. Aber nach dem Angriff der Achsenmächte auf die Sowjetunion und die USA und der Schaffung der Anti-Hitler-Koalition verstummten die Totalitarismustheorien weitgehend wieder. Erst mit dem Sieg der Alliierten und dem Beginn des Kalten Krieges gewannen sie erneut an Bedeutung, damit setzte die eigentliche Hoch-Konjunktur des Begriffes ein. Westlich der Blockgrenzen wurde er zum politikwissenschaftlichen Forschungsparadigma, aber auch zum obligatorischen Denkmodell für Politik und Schule im Westdeutschland der fünfziger und sechziger Jahre. Es war die Zeit der Blüte jenes »antitotalitären Grundkonsens«, von dem seine VerfechterInnen in Deutschland nach 1990 hoffnungsfroh meinten, er wäre endlich wiederhergestellt. In der Zeit um das Ende des Zweiten Weltkrieges entstanden auch die bis heute bedeutenden Klassiker des Totalitarismusansatzes: Hannah Arendts Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft erschien 1951, Carl Joachim Friedrichs Totalitäre Diktatur fünf Jahre später.

Arendts Werk wurde zum wohl meistbeachteten Buch zum Thema. Der Grund dafür liegt zum einen in ihrer unkonventionellen Verbindung historischer, politologischer und philosophischer Erkenntnis und zum anderen in der Kompromisslosigkeit und Weitsicht ihrer Thesen. Allerdings fällt offenbar den meisten LeserInnen nicht auf, wie grundsätzlich Arendt mit ihrem Buch nicht nur die »totale Herrschaft«, sondern auch die bürgerlich-liberale, kapitalistische Gesellschaft angreift, da diese den »Totalitarismus« erst hervorgebracht habe. Diese Wahrnehmungslücke entsteht entweder deshalb, weil sie die ersten beiden Teile des 1000-Seiten-Bandes schlicht nicht gelesen haben oder weil es ihnen nur auf passende, zitierfähige Fragmente des dritten Teils ankommt. Folgerichtig beschränkt sich der Bezug auf Hannah Arendt innerhalb der Totalitarismus-Forschung nur zu oft auf einige prägnante Sätze oder reines Namedropping.

Inhaltlich prägender war Carl Joachim Friedrichs Totalitäre Diktatur. Friedrich entwarf ein idealtypisches Modell, nach dem Faschismus und Kommunismus »wesensgleich« seien und das er vor allem auf die Regime des Ostblocks angewandt wissen wollte. Relevant zur Bestimmung »totalitärer« Diktaturen waren für ihn weniger die totale Kontrolle oder die Inhalte der jeweiligen Ideologien, sondern die Verfahrensweisen und Organisationsformen der Herrschaft. Dazu entwarf er sechs Kategorien, an denen sich ein »totalitäres« Regime erkennen lasse: Einparteienherrschaft mit einem Führer an der Spitze, Ideologie mit Allgemeingültigkeitsanspruch, terroristische Polizei, Waffenmonopol, Monopol der Massenkommunikation und zentral gesteuerte Wirtschaft. Das Modell gilt immer noch als ein zentraler Bezugspunkt für die meisten aktuellen Totalitarismustheorien, auch wenn aufgrund von gesellschaftlichen Veränderungen in den sozialistischen Ländern mehrfach Modifikationen nötig waren, um diese weiterhin als »totalitär« einstufen zu können. Friedrichs Modell wurde aus methodischer Sicht oft vorgeworfen, zu statisch zu sein und nur einen Idealtypus zu beschreiben, der sich nicht in der Realität vorfinden lasse: Es würde der Dynamik der Regime nicht gerecht und verlöre seine Gültigkeit, sobald eins der Kriterien nicht mehr zutreffe. Es ist an dieser Stelle nicht meine Aufgabe, das Versagen des Sechs-Punkte-Modells bei der Charakterisierung der poststalinistischen Sowjetunion als »totalitär« zu beklagen. Aber in diesem Versagen liegt bereits das Hauptproblem: Entweder man geht davon aus, dass alle sechs Kriterien erfüllt sein müssen. Aus der Liste fallen dann mangels zentral gelenkter Wirtschaft schon der Nationalsozialismus, erst recht aber die realsozialistischen Staaten, in denen kollektive Führungszirkel die Regel waren und Terror keine zentrale Rolle spielte. Oder aber man will unbedingt den Ostblock bzw. alle sozialistischen oder kommunistischen Bestrebungen als »totalitär« identifizieren und muss deswegen einige der sechs Punkte für nicht ganz so wichtig erklären. Dann aber müssten im Unterschied zur gängigen Kategorisierung auch andere Diktaturen, etwa Francos Spanien, als »totalitär« gelten.

Friedrichs Ansatz lässt sich wesentlich besser verstehen, wenn man ihn in den Kontext seines Gesamtwerks einordnet. Bereits während der Weimarer Republik hatte er in den staatsrechtlichen Debatten um die Präsidialherrschaft im Zweifelsfall für die Diktatur argumentiert, solange es sich dabei nur um eine »ordentliche«, die Verfassung erhaltende Diktatur handele. In manchen Situationen komme es auf schnelles Handeln an, ohne das Störpotenzial von Gewaltenteilung und langwierigen parlamentarischen Entscheidungsprozessen. Problematisch sei erst die verfassungswidrige, die unbeschränkte, eben die »totalitäre« Diktatur.

Diese lasse sich daran erkennen, dass sie die gesamte Gesellschaft revolutionieren wolle, um damit einen neuen Menschen zu schaffen – was im Übrigen die Schöpfung lästere. In dieser Logik galten ihm noch 1942 Hitler, Mussolini und Stalin als legitime Diktatoren. Da sich damit aber auch die Besatzungspolitik der Nachkriegszeit legitimieren ließ, ist es wenig verwunderlich, dass Friedrich einer der Begründer der bundesdeutschen Politikwissenschaft, aber auch der politischen Ausrichtung der frühen Bundesrepublik wurde. Hinter Friedrichs Ansatz stand ein normatives Modell, gegenüber dem der »Totalitarismus« nur die Kontrastfolie darstellte. Sein normatives Modell war weniger die liberale Demokratie als der starke, zuweilen auch diktatorische, konstitutionelle Staat, der den Erhalt des religiösen und ökonomischen Ist-Zustands der Gesellschaft garantieren sollte. Das Problematische an Friedrichs Ansatz aus wissenschaftlicher Sicht ist also, dass seine politische Prämisse der legitimen, erhaltenden Diktatur theorieleitend wurde und die Schlüssigkeit seiner Theorie darunter litt. Aus politischer Sicht ist weiterhin problematisch, dass die Theorie trotz ihres Anspruchs keine ausreichende Erklärung des Nationalsozialismus liefern konnte, aber trotzdem eine Gleichsetzung desselben mit dem Realsozialismus vornahm.

In dieser Hochphase des Totalitarismusansatzes in den fünfziger und sechziger Jahren wurde in der DDR- und Sowjetforschung am (West-)Berliner Institut für Politikwissenschaft versucht, die Theorie auch empirisch anzuwenden. Es wurde nach Gemeinsamkeiten »totalitärer« Systeme in Sozialstruktur, Elitenrekrutierung oder politischer Herrschaftstechnik gesucht. Dabei stellte sich heraus, dass eine allgemeine Definition von »Totalitarismus« der Realität im Ostblock nicht gerecht wurde. Das volle Set der Friedrichschen Kategorien ließ sich in keinem der realsozialistischen Staaten mehr nachweisen. Außerdem stellten sich die Unterschiede zwischen diesen und dem NS-System doch als wesentlich heraus und man bemängelte, dass der Begriff weiter massiv politisch genutzt wurde. Deshalb rückten Mitte der sechziger Jahre fast alle MitarbeiterInnen des Instituts vom Totalitarismus-Modell ab. Es hatte sich als sozialwissenschaftlich unergiebig erwiesen. Neben der »Kommunismusforschung« wandte sich auch die Forschung zum Nationalsozialismus von Friedrichs Totalitarismuskonzept ab. Bis in die Gegenwart wichtig blieb allerdings der Ansatz von Martin Draht. Er versuchte, das Modell vor der widerspenstigen Empirie zu retten, indem er eine Unterscheidung zwischen Absicht und Ausführung aufstellte. So sei es das Primärphänomen des »Totalitarismus«, ein gänzlich neues Wertesystem einführen zu wollen, alle anderen der Friedrichschen Merkmale, wie zum Beispiel der Terror oder die Führerschaft eines Einzelnen, seien dann nur noch Sekundärphänome. Zur Charakterisierung eines Regimes als »totalitär« reiche es dann aus, wenn das Primärphänomen zutreffe. In Abwandlung findet sich diese Interpretation heute beispielsweise in der Auffassung wieder, die hinreichende Bedingung zur Bestimmung des »Totalitarismus« in der »totalitären Ideologie« zu sehen.

Dennoch verlor der Totalitarismusansatz in der Bundesrepublik ab Ende der sechziger Jahre wissenschaftlich zunehmend an Bedeutung. Dahinter stand auf der einen Seite die weiterhin starke Aufladung als antikommunistischer Kampfbegriff und seine immer mehr zu Tage tretende Widersprüchlichkeit, auf der anderen Seite aber auch der nach-68er Wandel der politischen Kultur in Richtung der sozialliberalen Ära.

In der Bundesrepublik der achtziger Jahre nahmen die Versuche dann langsam zu, die Totalitarismusthese zu re-etablieren – herausragendes Beispiel ist der durch Ernst Nolte 1986 mit seiner These, der Nationalsozialismus sei nur eine Reaktion auf den Kommunismus gewesen, vom Zaun gebrochene Historikerstreit. Der eigentliche Durchbruch zur »Renaissance« des Begriffs kam aber erst nach 1989. Als die Systeme des Ostblocks nicht zuletzt aufgrund des fehlenden Rückhalts ihrer Bevölkerungen kollabierten, sah sich der Antikommunismus endlich zu seinem historischen Recht verholfen. Die verbliebenen VertreterInnen des Totalitarismuskonzepts im Westen konnten dem postulierten »Ende der Geschichte« eine willkommene Legitimation liefern und dabei behaupten, es schon immer gesagt zu haben, während andere aus Sympathie mit dem Realsozialismus oder aus Rücksicht auf diesen den Totalitarismusansatz mit einem »Tabu« belegt hätten. In den ost- und ostmitteleuropäischen Staaten dagegen erlebte das Konzept einen Aufschwung, weil es dort erstens tatsächlich lange Zeit tabuisiert war und sich zweitens hervorragend zur Beschreibung der eigenen Situation zu eignen schien. Mit Hilfe der totalitarismustheoretischen Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Realsozialismus konnten gerade in Ländern wie Polen oder den baltischen Staaten die eigene, nationale Opferrolle gegenüber beispielsweise den jüdischen oder kommunistischen Opfern betont und daraus nationale Legitimationsgewinne gezogen werden.

Allerdings erfolgte die Re-Etablierung des Begriffes zuerst im politisch-öffentlichen Diskurs, und seitdem wird versucht, ihm von dort aus auch in der Wissenschaft wieder Reputation zu verleihen. Das geschieht in den einzelnen Ländern auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. So ist er in den ehemals sozialistischen Staaten, die sich dem Westen verbunden fühlen, vor allem über die Opferperspektive der Diktaturbetroffenheit stärker präsent als etwa im westlichen Europa. In Deutschland wird er hauptsächlich in der institutionellen Grauzone zwischen Politik, politischer Bildungsarbeit und Wissenschaft gefördert, zum Beispiel am »Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung« (HAIT) in Dresden.

Warum nicht?

Wenn man einmal annimmt, dass das Totalitarismuskonzept ein Versuch war, bestimmte politische Phänomene des 20. Jahrhunderts zu verstehen, dann leidet dieser Versuch durchgängig an mehreren Problemen.

Zum einen waren die theoretischen Ansätze immer eng verzahnt mit aktuell-politischen Erfordernissen. Das mag erst einmal unproblematisch erscheinen, denn schließlich findet keine Theoriebildung außerhalb von Gesellschaft und unabhängig von den Einflüssen einer Alltagswelt mit ihren politischen Auseinandersetzungen statt.

Ein erstes Problem ergibt sich allerdings aus Sicht des wissenschaftlichen Erkenntnisinteresses, wenn diese Abhängigkeiten geleugnet und dadurch die eingeführten (politischen) Prämissen zu unhinterfragbaren Elementen der Theorie selbst werden – aus der politischen Absicht, den gegnerischen Ostblock durch die Gleichsetzung mit dem Nationalsozialismus zu delegitimieren, wird so die Selbstverständlichkeit in der Theorie, beide als totalitär zu definieren. Ein zweites Problem ist aus politischer Sicht festzustellen, wenn die aus ihrer politischen Vernutzung resultierende einseitige Interpretation der Theorie ihr auch ihre einseitige politische Anwendung vorgibt. Aufgrund der antikommunistisch dominierten Geschichte des Begriffs kann man heute keine Totalitarismustheorie aufstellen oder sich auf sie berufen, ohne sich diesen Kontext mit einzuhandeln.

Der Begriff »totalitär« war von seinen Anfängen in den zwanziger Jahren bis in die Gegenwart ein viel genutzter politischer Kampfbegriff, der ihn letztlich für die wissenschaftliche Anwendung immer unbrauchbarer werden ließ. Demzufolge waren es oft politische Zweckmäßigkeiten, die die Entwicklung der Theorie bestimmten (was auch für die linken Versuche von Totalitarismustheorien gilt). So war es nur folgerichtig, dass die Normativität zu einem zentralen Merkmal dieser Ansätze wurde. Im heutigen Mainstream der Totalitarismustheorie, der sich inhaltlich weiter an Friedrich und Gurian orientiert, besteht diese Norm in christlicher Religiosität, dem Verfassungsstaat, kapitalistischer Ökonomie und einer generell antirevolutionären Affirmation alles Bestehenden. Um es zu wiederholen: Als »totalitär« gilt, was sich zum Ziel gesetzt hat, in gotteslästerlicher Weise einen neuen Menschen zu schaffen und die verfassungsmäßige Ordnung wie die gegebene Sozialstruktur zu verändern. In den bizarrsten Auswüchsen konnte selbst das sozialdemokratische Schweden unter Totalitarismusverdacht geraten, die Aufhebung des Privateigentums als totalitäre Bestrebung interpretiert werden oder der Totalitarismus als »Werk heidnischen Glaubens« gelten. Dagegen hat diese Strömung der Totalitarismustheorie fast nie versucht, den Holocaust zu erklären, und ignoriert damit den zentralen historischen Bruch, den man mit einer Theorie moderner Diktatur allermindestens erfassen können muss. Abgesehen davon hätte sie es mit ihrem Instrumentarium auch nicht vermocht.

Zum anderen ist das Konzept zumindest aus wissenschaftlicher Sicht deshalb fragwürdig, weil es noch niemandem gelungen ist, eine schlüssige und empirisch anwendbare Theorie »totalitärer« Herrschaft zu entwerfen. Selbst der wohl weitreichendste Entwurf durch Hannah Arendt hat nie den Anspruch erhoben, eine solche Theorie schaffen zu wollen. Und auch er ist in sich noch widersprüchlich: Obwohl Arendt den Stalinismus nur für bestimmte Abschnitte (1929–41 und 1945–53) als »totalitär« einstufte, verkennt ihre Gleichsetzung der Gulags mit den nationalsozialistischen Vernichtungslagern deren Unterschied gänzlich. Die Gulags waren eben keine industriellen Anlagen zur Fabrikation von Leichen, und sie dienten nicht der physischen Ausrottung einer rassistisch definierten Bevölkerungsgruppe. Genau hier liegt auch das Problem von Arendts Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Kommunismus: In beiden Fällen hätte die jeweilige Ideologie die Vernichtung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe gefordert. Die einen wollten eine bestimmte Rasse vernichten, die andern eine bestimmte Klasse.

Auf diese Gleichsetzung beziehen sich annähernd alle totalitarismustheoretischen Ansätze bis heute. Ihm liegt allerdings ein Irrtum (oder eine Unterstellung) zugrunde. Mit der Abschaffung bestimmter Klassen, die ja immer auch als Abschaffung aller Klassen intendiert war, war eben nicht die physische Vernichtung der Angehörigen jener Klasse gemeint, sondern die Aufhebung ihres sozio-ökonomischen Status. Mitglieder der ins Visier geratenen Bourgeoisie konnten sich sehr wohl von ihrer Klasse lossagen – die kommunistischen Parteien waren voll von ihnen. Die Juden dagegen blieben ungeachtet ihres Selbstverständnisses in den Augen der AntisemitInnen immer Juden – und wurden als solche ermordet.

Auch beschäftigt sich Arendts Totalitarismusbuch in seinen ersten beiden Bänden vor allem mit der Herleitung der Entstehung des Nationalsozialismus aus völkischem Nationalismus und liberalem Kapitalismus. Der Stalinismus kommt erst im dritten Band ins Spiel, und es bleibt weitgehend unklar, wie er mit den anderen in argumentativer Verbindung stehen soll. Darüber hinaus ist auch fragwürdig, ob die von Arendt beschriebene »totalitäre« Herrschaft wirklich so wenig mit den Tyranneien der Vergangenheit und bestimmten Formen moderner Diktatur gemein hat, wie sie behauptet. Denn Morden-statt-Widerlegen und Terrorisieren-statt-Überzeugen waren auch zu anderen Zeiten und an anderen Orten ein probates Herrschaftsmittel. Terror war ebenso wenig ein neues Phänomen wie die versuchte totale Durchdringung der gesamten Gesellschaft mit einer einzigen Ideologie, Religion oder sonstigen Sinnwelt. Auf der Einsicht in diese totale Durchdringung basierten auch nicht zuletzt die Versuche, »totalitäre« Züge der kapitalistisch verfassten westlichen Welt zu analysieren.

Auch bei der Frage, ob nun die Inhalte zur Qualifizierung von Regimes als »totalitäre« entscheidend seien oder die Form der Herrschaft, konnte bisher keine Einigkeit innerhalb der Totalitarismusforschung erzielt werden. Das versteckte Hauptargument vor allem der genannten Mainstream-Totalitarismusansätze zielt auf den Inhalt: »Totalitär« sei der Versuch, den ökonomischen, religiösen, konstitutionellen Status Quo einer Gesellschaft revolutionär ändern zu wollen. Allerdings lässt sich dieses Argument nur normativ setzen und nicht weiter begründen – es kann immer nur Vorannahme bleiben. Außerdem kommt man an diesem Punkt in Querelen angesichts der historischen Faktenlage. Die inhaltliche Kongruenz von Stalinismus und Nationalsozialismus lässt sich nur unter extremen argumentativen Verbiegungen herleiten. Deshalb stützt sich die offen liegende Argumentation dieser Ansätze in der Regel auf die äußerlichen Formen der Herrschaft. Hier lassen sich am ehesten, gerade mit Hilfe des Friedrichschen Modells und seiner Nachfolger, Gemeinsamkeiten zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und den sozialistischen Systemen finden: terroristische (Geheim-)Polizei, Einparteienherrschaft usw. Aber auch hier sieht sich die Theorie einer ganzen Reihe von Widersprüchen ausgesetzt: Das volle Set aller sechs Eigenschaften ließ sich auch für die stets als »totalitär« bezeichneten Regimes nicht aufrechterhalten – weder verfügte der Nationalsozialismus über eine zentral gelenkte Wirtschaft, noch spielte der Terror im Ostblock bis zum Schluss eine gleich bleibende Rolle.

Einzelne oder mehrere dieser Eigenschaften trafen dagegen auch auf andere Herrschaftsformen zu – auch die lateinamerikanischen Diktaturen verfügten über terroristische Polizeien und Medienmonopol, und wenn man ganz bösartig sein will, erhebt auch die Ideologie von Privateigentum und Marktwirtschaft einen Alleingültigkeitsanspruch. Sollte das ganze Konzept also nicht auseinanderfallen, blieb nur der Rückzug auf die erwähnten »Primärphänomene«: Bereits der Versuch einer radikalen Änderung der gegebenen Gesellschaft ist »totalitär«.

Sieht man sich die Verwendung des Begriffes »totalitär« in der Gegenwart an, fällt schließlich immer wieder dessen ganz unbekümmerte Verwendung auf, die sich gar nicht mehr die Mühe einer theoretischen Begründung macht. Obwohl es eine Vielzahl von Totalitarismusansätzen gibt und auch die beiden prominenten von Arendt und Friedrich sich deutlich voneinander unterscheiden, wird davon ausgegangen, allen Beteiligten sei schon klar, was damit gemeint sei. Ist es aber nicht, vielmehr wird die Prämisse zum Ergebnis: Bestimmte Regimes werden erst ganz selbstverständlich als »totalitäre« bezeichnet, damit anschließend an diesen Beispielen die Merkmale »totalitärer Herrschaft« diskutiert werden können. Das umgangssprachliche Verständnis von »totalitär« wird kritiklos aus dem politisch-öffentlichen Diskurs übernommen und zur Voraussetzung einer sich selbst begründenden Argumentationskette gemacht.

Offene Fragen

Trotz alledem hatte der Totalitarismusansatz in einer bestimmten Phase des 20. Jahrhunderts seine theoretische Berechtigung. Mit ihm wurde versucht, neue, zunächst gleichartig erscheinende Formen des Terrors auf einen Begriff zu bringen und zu verstehen. Dass dies nicht oder nur teilweise gelungen ist, lässt sich vor allem darauf, dass sich die Unterschiede dieser Diktaturen als wesentlich erwiesen haben, aber auch auf die durchgängige politische Instrumentalisierung und die von Anfang an vorhandenen konzeptionellen Schwächen des Konzepts zurückführen. Die offenen Fragen aber bleiben: Was ist das Neue an den modernen Diktaturen des 20. Jahrhunderts, und was sind ihre Gemeinsamkeiten? Was unterscheidet sie von vorangegangenen diktatorischen Herrschaftsformen und von den zeitgenössischen parlamentarischen Demokratien?

Davon abgeleitet: Kann man angesichts der Unterstützung durch die Mehrheit, angesichts der demokratischen Legitimation oder immerhin der pseudodemokratischen Akklamation überhaupt noch von Diktatur sprechen? Ist die totale Mobilisierung und Inanspruchnahme der in der Masse anonymisierten Einzelnen wirklich ein neues Phänomen? Kann man gemeinsame Eigenschaften in Stalinismus und Maoismus, in Nordkorea und im politischen Islamismus finden, die einen neuen Begriff erforderlich machen? Dass sich bei diesen Beispielen gerade die Totalitarismuskonzepte angesichts ihrer normativen Aufladung mit Christentum, Verfassungsstaat und liberalem Kapitalismus erfolgreich anbieten konnten, ist verständlich. Für ein Verständnis dieser Phänomene sind sie allerdings weniger dienlich.

Dennoch können so nicht alle Totalitarismuskonzeptionen pauschal als analytisch untauglich verworfen werden. So sind einige der Antworten Hannah Arendts auf die gestellten Fragen überzeugend und aktuell. Es leuchtet ein, dass Ideologie und Herrschaftsform des Nationalsozialismus ihre Wurzeln in der bürgerlichen Gesellschaft des kapitalistischen 19. Jahrhunderts und dem Aufblühen des völkischen Rassismus und Antisemitismus haben. Es lässt sich nachvollziehen, dass die neue Diktatur ihren Antrieb in den Massen politisch indifferenter und apathischer Spießer hatte, welche sich bereitwillig gleichschalten ließen. Sie argumentiert schlüssig, dass mit der Aufhebung der klassischen Nationalstaaten auch die Garantierbarkeit von Menschenrechten verloren ging und unzählige Menschen zu Staatenlosen und Überflüssigen wurden.

Es bleibt eine passende Beschreibung, dass durch die enge Bindung aller Einzelnen aneinander in der Gemeinschaft ihr politischer Handlungsspielraum nicht nur eingeschränkt, sondern vernichtet wird, und dass das Individuum trotz dieser Einbindung in die Masse aufgrund der Beseitigung anderer Sozialbindungen in die absolute Verlassenheit fällt.

Besonders aktuell bleibt ihre Kritik der vermeintlichen Gesetzmäßigkeiten, denen sich menschliches Handeln unausweichlich zu unterwerfen habe. Nach Arendt postulierte die Ideologie in NS wie Stalinismus ein jeweils unfehlbares Gesetz, dem der Mensch ausgeliefert sei: das Gesetz der Natur bei den Nazis, das der Geschichte im Kommunismus. Die Bewegung der Natur oder der Geschichte könne man nicht aufhalten, sie folge vorherbestimmten Wegen, deshalb könnten die Menschen nur ihren Beitrag leisten, diese Bewegung zu beschleunigen. Der Glaube an übermenschliche Gesetze sei mit einer »unmenschlichen Gesetzestreue« verbunden, für die die Menschen nur noch Material seien. Arendt erkannte richtig, dass diese Leugnung der Möglichkeit selbstständiger Handlungsentscheidungen ihren Ursprung auch in der deduktionistischen Logik unfehlbarer Folgerichtigkeit aus einmal gesetzten Prämissen hat (Wer A sagt, muss auch B sagen). Das alles sind Elemente der Herrschaft, die sich in einigen der Diktaturen des 20. Jahrhunderts finden lassen – aber auch in heutigen Gesellschaften. All diese Elemente sind Konsequenzen aus den gesellschaftlichen Umbrüchen, die die Massengesellschaft der Moderne mit sich gebracht hat. Das heißt aber nicht, dass diese Konsequenzen unvermeidbar gewesen sind. Hier schließt auch die Kernaussage von Arendt an: Weil wir es mit einem neuen Phänomen zu tun haben, das seine Wurzeln in der liberal-kapitalistischen westlichen Welt hat, kann es keine Lösung sein, gegen dieses Phänomen mit den alten Rezepten vorzugehen. Sie sprach sich damit gegen den Liberalismus, gegen den Konservativismus, gegen den Katholizismus, generell gegen jeden »extremen Idealismus« aus, der in Verbindung mit politischen Institutionen zu einer »Sache« mutiert. Denn in Verfolgung dieser »Sache« komme wieder nur das im technischen Herstellungs-Denken verwurzelte Credo der westlichen Moderne zum Tragen: You can't make an omelett without breaking eggs. Es erfordere deshalb eine neue politische Philosophie und neue politische Handlungsansätze. Das ist es, was Hannah Arendt trotz der Fehler in ihrer Totalitarismusanalyse auch für die Gegenwart interessant macht.

Totalitarismuskonzept heute

Der Begriff »totalitär« wird wieder zunehmend benutzt, vor allem in der umgangssprachlich-verflachten Version, die ihre Herkunft eher im antikommunistischen Kampfbegriff als in Hannah Arendts Reflexionen über Politikformen der Moderne hat. Seit den neunziger Jahren gibt es auch einen Boom an Veröffentlichungen zum Thema, die für eine modifizierte Anwendung des Konzepts eintraten, es traditionell weiterführten oder einfach nur unkritisch übernahmen.

Damit scheint zumindest teilweise der Versuch einer Re-Etablierung in der Wissenschaft aufgegangen zu sein. Das ändert nichts daran, dass das Konzept, das in den dreißiger Jahren unter dem Eindruck von nationalsozialistischer Judenverfolgung und stalinistischen Säuberungen beide gänzlich verschiedenen Phänomene unter einen Begriff zu fassen suchte, damit schon lange gescheitert ist. Obwohl sich bis heute auf keine belastbare Definition geeinigt werden konnte, wird der Begriff benutzt, als ob klar wäre, was damit gemeint sei. So bleibt allerdings nur das hängen, was das umgangssprachliche Verständnis von »totalitär« transportiert: Das waren doch diese schlimmen Diktaturen der Nazis und der Kommunisten. Wem das – wissenschaftlich oder politisch – als Erklärung für Phänomene wie Nationalsozialismus, italienischen Faschismus oder sowjetischen Stalinismus ausreicht, der will weder verstehen noch Position beziehen.

Was das Verstehen dieser und anderer Zwangsherrschaftsformen angeht, ist die vergleichende Diktaturforschung mittlerweile wesentlich weiter. Indes, allein der Begriff »vergleichende Diktaturforschung«, das muss festgehalten werden, bedeutet noch keine Gleichsetzung. Der Vergleich an sich bleibt ein legitimes Mittel der Analyse. Man muss eben nur die im Vergleich auftauchenden Unterschiede ernst nehmen; und nicht selten sind die Unterschiede gravierender als die Gemeinsamkeiten. In der Gleichsetzung werden diese Unterschiede eingeebnet. Mit der im heutigen Deutschland populären Rede von den »beiden deutschen Diktaturen« etwa wird kaschiert, wie wenig Gemeinsamkeiten NS und DDR eigentlich hatten, darüber hinaus werden damit die Verbrechen des NS verharmlost. Gerade im Fall des 20. Jahrhunderts hat es sich als die beste Methode erwiesen, die Systeme jeweils für sich zu untersuchen – in ihrem je eigenen Kontext. Weder für die Analyse des Nationalsozialismus noch des Stalinismus ist es notwendig oder auch nur förderlich, sie mit dem Label »totalitär« gleichzusetzen. Wenn beide Regime als »wesensgleich« behandelt werden, wird man keine Erklärung für die Shoah finden können. Die gab es eben nur im NS, und sie gehörte als Antisemitismus zu dessen konstituierenden Elementen. – Die Suche nach verallgemeinerbaren Entwicklungstendenzen ist damit nicht in Frage gestellt. Nur kann sie im Falle der Suche nach dem »Totalitarismus« inzwischen als gescheitert angesehen werden. Insofern bringt auch die Ausweitung des Totalitarismuskonzepts auf die Diktaturen des politischen Islams wenig Erkenntnisgewinn – sie versucht nur, das althergebrachte Konzept in all seiner Unklarheit auf einen neuen Anwendungsfall zu übertragen.

Fest steht allerdings, dass es unnötig ist, auf den Totalitarismusbegriff zurückzugreifen, um offene Fragen zu klären. Das steht sogar dem im Weg, was Hannah Arendt beabsichtigte: Nach neuen Lösungen zu suchen, mit den Problemen der Moderne fertig zu werden, anstatt wieder und wieder die alten Modelle in Anschlag zu bringen, aus denen erst solche hochmodernen Erscheinungen wie der Nationalsozialismus entstanden sind.

MATHIAS BEREK

Der Autor ist Kulturwissenschaftler und lebt und arbeitet in Leipzig.

Fußnoten

  1. Zur Einführung in die Geschichte der Totalitarismustheorien: Norbert Kapferer, Der Totalitarismusbegriff auf dem Prüfstand. Ideengeschichtliche, komparatistische und politische Aspekte eines umstrittenen Terminus. Dresden 1995; Detlef Schmiechen-Ackermann, Diktaturen im Vergleich. Darmstadt 2002. Ausführlicher: Wolfgang Wippermann, Totalitarismustheorien. Die Entwicklung der Diskussion von den Anfängen bis heute. Darmstadt 1997; Bruno Seidel/ Siegfried Jenkner (Hrsg.), Wege der Totalitarismusforschung. Darmstadt 1968; Martin Jänicke, Totalitäre Herrschaft. Anatomie eines politischen Begriffs. Berlin 1971; Alfons Söllner / Ralf Walkenhaus / Karin Wieland (Hrsg.), Totalitarismus. Eine Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts. Berlin 1997.
  2. Waldemar Gurian, Der Bolschewismus. Freiburg 1931; ders.: Der Kampf um die Kirche im Dritten Reich. Luzern 1936.
  3. Die American Philosophical Society hielt 1939 ein »Symposium on the totalitarian state from the standpoints of history, political science, economics and sociology« ab.
  4. Franz Borkenau, The totalitarian Enemy. London 1940; Sigmund Neumann, Permanent Revolution. The Total State in a World at War. New York 1942. Adorno, Horkheimer und Marcuse dagegen blieben bei ihrer Ablehnung des Totalitarismusansatzes, siehe: Alfons Söllner, Totalitarismustheorie und frühe Frankfurter Schule, in: Mike Schmeitzner (Hrsg.), Totalitarismuskritik von links. Deutsche Diskurse im 20. Jahrhundert. Göttingen 2007, 229–246.
  5. Carl Joachim Friedrich/Zbigniew Brzezinski, dictatorship and autocracy. Cambridge 1956. In dt. Übersetzung: Friedrich: Totalitäre Diktatur. Unter Mitarbeit von Zbigniew K. Brzezinski. Stuttgart 1957. Der wichtigste Teil findet sich in: Friedrich / Brzezinski: Die allgemeinen Merkmale der totalitären Diktatur, in: Seidel / Jenkner, Wege der Totalitarismusforschung, 600–617.
  6. Hans J. Lietzmann, Von der konstitutionellen zur totalitären Diktatur. Carl Joachim Friedrichs Totalitarismustheorie, in: Söllner / Walkenhaus / Wieland, Totalitarismus, 174–192.
  7. Hubertus Buchstein, Totalitarismustheorie und empirische Politikforschung – die Wandlung der Totalitarismuskonzeption in der frühen Berliner Politikforschung, in: Söllner / Walkenhaus / Wieland, Totalitarismus, 240–266.
  8. Wippermann: Totalitarismustheorien, 37ff.
  9. Martin Draht, Totalitarismus in der Volksdemokratie, in: Seidel / Jenkner, Wege der Totalitarismusforschung, 310–358.
  10. Kapferer, Der Totalitarismusbegriff auf dem Prüfstand, 18ff.
  11. Uwe Backes / Eckhard Jesse, Totalitarismus und Totalitarismusforschung – Zur Renaissance einer lange tabuisierten Konzeption, in: dies. (Hrsg.), Jahrbuch Extremismus & Demokratie, 4 (1992), 7–27.
  12. François Furet, Das Ende der Illusion: der Kommunismus im 20. Jahrhundert. München 1996.
  13. Francis Fukuyama, The end of history and the last man. London 1992.
  14. Die verschwörungstheoretische Selbstviktimisierung durch Behauptung einer Tabuisierung des Totalitarismusansatzes ist bei deren VertreterInnen weit verbreitet, z.B. bei Furet, Jesse und Backes.
  15. Siehe Armin Nolzen, Rezension zu: Mike Schmeitzner (Hrsg.), Totalitarismuskritik von links. Deutsche Diskurse im 20. Jahrhundert. Göttingen 2007. In: H-Soz-u-Kult, 11. Dezember 2007, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2007-4-205.
  16. Roland Huntforts, Wohlfahrtsdiktatur. Das schwedische Modell. Frankfurt a.M. 1973. (Siehe Kapferer: Der Totalitarismusbegriff auf dem Prüfstand, 12.)
  17. Jozef Tischner, Die totalitäre Herausforderung. Judentum, Christentum und der Totalitarismus des 20. Jahrhunderts. in: Pawel Spiewak, (Hrsg.): Anti-Totalitarismus. Eine polnische Debatte. Frankfurt a.M. 2003, 129–151.
  18. Hannah Arendt, Über das Wesen des Totalitarismus. Ein Versuch zu verstehen, in: Waltraud Meints/ Katherine Klinger (Hrsg.), Politik und Verantwortung. Zur Aktualität von Hannah Arendt. Hannover 2004, 15–52, hier 36.
  19. Bspw. Achim Siegel, Carl Joachim Friedrichs Konzeption der totalitären Diktatur – eine Neuinterpretation, in: ders.(Hrsg.), Totalitarismustheorien nach dem Ende des Kommunismus. Köln/Weimar 1998, 273–307.
  20. Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, Totalitarismus. München 1986, 948.
  21. Hannah Arendt, The Eggs Speak Up, in: Essays in Understanding 1930–1954. Ed. Jerome Kohn. New York 1994, 270–284.
  22. Wolfgang Kraushaar, Sich aufs Eis wagen. Plädoyer für eine Auseinandersetzung mit der Totalitarismustheorie, in: Mittelweg 36 2 (1993), 2, 6–29.
  23. Immanuel Geiss, Die Totalitarismen unseres Jahrhunderts, in: Eckhard Jesse (Hrsg.), Totalitarismus im 20. Jahrhundert. Eine Bilanz der internationalen Forschung. Bonn 1996, 160–175; Eckhard Jesse, Die Wechselbeziehungen der beiden Großtotalitarismen im 20. Jahrhundert. Interpretationen und Fehlperzeptionen, in: Siegel: Totalitarismustheorien nach dem Ende des Kommunismus, 125–142.
  24. Leonid Luks, Bolschewismus, Faschismus, Nationalsozialismus – verwandte Gegner? in: Jesse, Totalitarismus im 20. Jahrhundert, 370–386; Dan Diner, Massenverbrechen im 20.Jahrhundert: über Nationalsozialismus und Stalinismus, in: Rolf Steininger, (Hrsg.), Der Umgang mit dem Holocaust. Europa – USA – Israel. Wien u.a. 1994, 468–481.