»Wir teilen den sprachlichen Rigorismus nicht«

Die Phase 2 bittet Roland Röder und Klaus Blees von der Aktion 3. Welt Saar zum E-Mail-Gespräch über Rassismus, Antirassismus und die Fallstricke der »Kritischen Weißseinsforschung«. Die Aktion 3. Welt Saar arbeitet zu Themen wie Islamismus und Antisemitismus und setzt sich für soziale Gerechtigkeit und einen gleichberechtigten Zugriff auf die materiellen und kulturellen Ressourcen einer Gesellschaft ein. Bereits ab 1988 organisierte die Gruppe Aktionen gegen das Schengener Abkommen und war 2014 am Freiheitsmarsch der Flüchtlinge von Kehl/Straßburg über Schengen nach Brüssel beteiligt.

Die Aktion 3. Welt Saar ist seit mehr als 30 Jahren antirassistisch aktiv. Wie hat sich seit den 1980er Jahren die Diskussion um Rassismus verändert?

Viel hat sich geändert. Die Diskussion ist heute – bei aller Kritik an »Kritischer Weißseinsforschung« – auf einem deutlich höheren Niveau und dazu hat auch die »Kritische Weißseinsforschung« beigetragen. Wir kommen ja zunächst mal aus der entwicklungspolitischen und antikolonialen Bewegung, suchten aber von Beginn an immer auch nach Querverbindungen in andere politische Bereiche. Dazu beigetragen haben mag die Tatsache, dass wir nicht in einem universitären Milieu groß geworden sind und deswegen nie für eine Szene formulierten, sondern für eine breitere Öffentlichkeit, was Vor- und Nachteile mit sich brachte. Über die Beschäftigung mit Agrarfragen – »Warum verhungern Menschen, obwohl genügend Nahrungsmittel produziert werden?« – kamen wir zu den ökonomischen Hintergründen und über die konkrete und praktische Asylarbeit zum Antirassismus. Die politische Klammer bildet unsere Grundposition, keine Projekte im globalen Süden zu machen. Wir möchten uns nicht anmaßen, andere zu entwickeln, sondern uns entwicklungspolitisch vor der eigenen Haustür einzubringen, also auch die Auseinandersetzung mit den offenen und subtilen Herrschaftsmechanismen hier zu suchen, wozu auch Rassismus gehört.

Als wir uns in den Achtziger und zu Beginn der Neunziger Jahre darum bemühten, die Diskussion um Asyl, Rassismus und den Schengener Vertrag in der entwicklungspolitischen Szene zu verankern, wurde dies meist belächelt, in Ausnahmefällen toleriert. Mehr nicht. Wir waren jahrelang in antirassistischen sowie in asyl- und entwicklungspolitischen Zusammenhängen eine von wenigen Organisationen, die diese Themen zusammen dachte. Dies änderte sich erst langsam. Eine ähnliche Leerstelle sehen wir heute in der Auseinandersetzung mit Islamismus, die zum Teil geführt wird, aber auch gerne weggedrückt wird. Nötig ist sie, weil Menschenrechte unteilbar sind. Das Schweigen in der entwicklungspolitischen Szene – aber nicht nur dort – zum Kopftuchzwang für Frauen und zu sogenannten arrangierten Ehen, wie Zwangsheiraten in islamisch geprägten Communities schöngeredet werden, ist zum Haareausraufen. Mit der eigentlich richtigen Begründung, nicht paternalistisch und eurozentrisch zu sein, halten viele aus falscher Toleranz immer noch den Mund. Dieses Schweigen haben wir selbst jahrelang praktiziert, als wir im Rahmen unserer Flüchtlingsarbeit diese Grausamkeiten mitbekamen. Komisch ist, dass wir für unser Wegschauen nie kritisiert wurden. Hier müssen sich einige, die gerne mit großer kritischer Geste und Mimik unterwegs sind, selbstkritisch hinterfragen. Ansonsten versandet man in gut gemeinter Sozialarbeit, die dem Opfer, zum Beispiel MigrantInnen, alles zugesteht, inklusive jeder patriarchalen Haltung und ihm damit den Subjektcharakter abspricht.

Dieses Scheuklappendenken ist geblieben, auch wenn heute in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit MigrantInnen zunehmend als AkteurInnen und Zielgruppen entdeckt worden. Es gibt heute in allen Programmen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit eigene Zuschusslinien für den Bereich »Migration und Entwicklung«. MigrantInnen sind hier Objekte für neue Projekte der Mehrheitsgesellschaft und eine Verschiebemasse zur Finanzierung hauptamtlicher NGO-Stellen. Dass sich MigrantInnen finden, die dies legitimieren, macht es nicht besser. 

Welche Rolle spielt hierbei die zunehmende Sichtbarkeit migrantischer und schwarzer Selbstorganisation? 

In der Frage migrantischer Selbstorganisation gilt es, zu differenzieren. Einerseits finden wir es gut, wenn sich Menschen auf Grund von konkreten (meist negativen) Erfahrungen beim Zugriff auf die Reichtümer einer Gesellschaft zusammenschließen. Wir respektieren solche Zusammenschlüsse, arbeiten zum Teil auch mit ihnen zusammen, sehen aber auch die Fallstricke.

Denn diese Selbstorganisation findet ja nicht nur in der mystifizierten Form einer Fremdbestimmung statt, – sozusagen eine Neuauflage des edlen Wilden – sondern mitunter mit einer gehörigen Portion Selbstethnisierung im Gepäck. Wir halten beispielsweise wenig davon, wenn ethnisch homogene türkische oder kurdische Fußballvereine in der BRD gegründet werden. Sie können in der Anfangszeit, wenn Menschen neu hier hergekommen sind, sinnvoll sein, um Fuß zu fassen und auch innerlich anzukommen. Zusammenschlüsse entlang der Hautfarbe und/oder der geografischen Herkunft sind nicht per se emanzipatorisch. Sie tragen vielmehr mit ihrer positiven wie negativen Fixierung auf die Hautfarbe zum Teil selber eine Tendenz zum Biologismus in sich. Im Einzelfall kann dies als Schutzraum zunächst nötig sein und sie können Ausdruck des Anspruchs auf materielle und politische Teilhabe sein. Wichtig ist, dass solche Zusammenschlüsse nicht auf Zwang beruhen, sondern vorübergehenden Charakter haben und die Tendenz zur Auflösung beinhalten. Aber wahrscheinlich haben wir davon gar keine Ahnung, da wir hier als Vertreter der Mehrheitsgesellschaft reden. Es ist also wie im richtigen Leben.

Vor einigen Jahren hielt das Konzept des »Kritischen Weißseins« in links-akademischen Diskursen Einzug und wurde auch in der Antira-Szene populär. Woher kam das Interesse?

Das Interesse kam aus zwei Strängen: Der Linken ist schon seit Längerem das revolutionäre Subjekt abhandengekommen. Die Arbeiterklasse (Karl Marx) hat es nicht gepackt, die »andere Arbeiterbewegung« (Karl Heinz Roth) ist auch stecken geblieben, die Frauenbewegung hangelt sich von Gleichstellungsstelle zu Gleichstellungsstelle, der »Abschied vom Proletariat« (André Gorz) ist öfter im parteigrünen Sumpf und New Green Deal hängen geblieben. In den achtziger Jahren gab es in autonomen Kreisen den Spruch »Che Guevara ist tot, Jesus ist tot und mir ist auch schon ganz schlecht.« Historisch betrachtet entstand »Kritisches Weißsein« aus der Suche nach dem revolutionären Subjekt. Aber statt fündig zu werden, fängt man nun bei sich selber an, was den anderen Strang symbolisiert. Die notwendige Beschäftigung mit der eigenen Verstrickung in Machtverhältnisse kann kippen in Richtung Selbstkasteiung, was in linken sozialen Bewegungen öfter vorkommt. Die Verhältnisse werden damit nicht verändert, die Handelnden verschaffen sich aber ein gutes Gefühl.

Und es sollte bitteschön auch eines nicht vergessen werden: So sehr »Kritische Weißseins-VertreterInnen« heute mit dem Anspruch auftreten, etwas Neues zu präsentieren: Vieles von dem, was sie heute als ihre Erkenntnis darstellen, wurde bereits Anfang der neunziger Jahre in der politischen Linken der BRD diskutiert und formuliert. Wir erinnern dazu an die Werke von Nora Räthzel und Annita Kalpaka, unter anderem an die gemeinsame Publikation »Die Schwierigkeit, nicht rassistisch zu sein«. Bei aller Bescheidenheit gehört dazu auch unser Projekt zum Afrikabild im deutschen Kinderbuch, das 1991 begann.

Wurde hier also nur eine Leerstelle gefüllt oder ging es nicht auch, beispielsweise in der Rede von der »Reflexion auf weiße Privilegien«, vor allem um Glaubwürdigkeit und das eigene schlechte Gewissen? 

Beides. Das schlechte Gewissen und die »weißen« Schuldgefühle kommen immer dann ins Spiel, wenn keine gescheite Analyse mehr gelingt. Aber durch einen Film von Alexander Kluge wissen wir: »In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod«. Die Reflexion auf »weiße Privilegien« verspricht sofortige Abhilfe. Es kann – analog zum Fairen Handel – einfach mal sofort losgelegt werden, ohne sich der Mühe einer ökonomischen und politischen Analyse zu unterziehen. Andererseits ist die Auseinandersetzung mit »eigenen« Privilegien sinnvoll. Denn es kann ja auch nicht geleugnet werden, dass die Zustimmung zum herrschenden Wirtschaftsmodell durch allerlei Vergünstigungen für einige Auserwählte erleichtert wird. Fast hätten wir jetzt »gekauft« gesagt. Aber wir wollen anschlussfähig bleiben und es uns nicht mit allen verderben.

Die zuweilen autoritäre Umsetzung des Konzepts – Sprechverbote, Moralismus und Einschüchterung – hat für scharfe Auseinandersetzungen gesorgt. Ist das in der Theorie angelegt, oder worin würdet ihr die Gründe für diese praktischen Ausformungen sehen? 

Nein, in der Theorie ist dies nicht per se angelegt, eher in der Interpretation und dem Druck »unbedingt etwas machen« zu wollen bei gleichzeitigem Ausklammern einer ökonomischen Analyse. Hinzu kommt, dass in der politischen Debattenkultur der BRD ein massiver Druck besteht, sofort zur Praxis zu kommen. Wir kennen dies bis zum Erbrechen aus dem Themenfeld »Fairer Handel«. Häufig darf in der Debatte und öffentlichen Vorträgen keine Problemanalyse mehr vorgenommen werden, ohne postwendend festgenagelt zu werden: »Was kann ich denn nun konkret in meinem Alltag tun als VerbraucherIn oder als kleines Ich?« Dieses Diktat der Praxis bestimmt die Diskussion und letztlich auch das erschreckende Niveau in vielen Bereichen der Politik. Wir wollen aber nicht den Fehler machen und »Kritisches Weißsein« deswegen pauschal abkanzeln. Marxistische Theorie wird ja auch nicht wegen Stalin oder Kim-Jong-Un über Bord geworfen.

Einerseits wird betont, es handele sich nicht um eine Bestimmung von Hautfarbe, sondern um einen politischen Begriff, anderseits scheint sich die Kategorie und die Diskussion um »Kritisches Weißseins« ja vor allem an weiße Menschen zu richten. Wie bewertet ihr diesen Widerspruch, und spielt er eine Rolle in eurer eigenen Arbeit? 

In der Tat haben wir schon des Öfteren den Eindruck, dass die Hautfarbe als zentrales Kriterium im Mittelpunkt steht. Wir versuchen, die eigenen Privilegien zu reflektieren, ohne dabei unter Bezug auf die Hautfarbe in einen naheliegenden Biologismus zu verfallen. In unserer Arbeit spielt dieser Widerspruch eher weniger eine Rolle, weil er unter anderem bei der konkreten Unterstützung von Flüchtlingen nicht weiterhilft.

Meint ihr, Gesellschaft im Allgemeinen und der gegenwärtige Rassismus im Besonderen lassen sich durch eine vermeintliche Analyse von »Weißsein« überhaupt begreifen?

Im Kern lässt er sich dadurch nicht erklären, da ist aus unserer Sicht eine Bezugnahme, auch wenn es antiquiert wirkt, auf einen wichtigen Sohn der Stadt Trier ergiebiger: Karl Marx. Aber die Privilegien, die sich der globale Norden durch ökonomische und militärische Raubzüge angeeignet hat – wir meinen den offenen und verdeckten Kolonialismus nach außen und innen – brauchen auch eine ideologische Legitimierung. Insofern haben (Herrschafts-)Gesellschaft und Rassismus sehr wohl Verbindendes. Auch die Gründung von Nationalstaaten war ja nun beileibe nicht nur ein Zusammenschluss von freien Individuen, weil ansonsten jeder des anderen Feind (bzw. Wolf) sei, wie es Thomas Hobbes formulierte. Die Nationenwerdung geschah und geschieht (!) immer auch in wertender Abgrenzung zu anderen Gruppen von Menschen, indem man sich meist über sie stellt und die eigene Gruppe überhaupt erst einmal via Sprache konstruiert, bei gleichzeitiger Ausgrenzung ‚der anderen’. Insofern kann »Kritisches Weißsein« einen Beitrag leisten, die ideologischen Legitimations- und Funktionsmuster von letztlich ökonomischer Herrschaft nach innen und nach außen besser begreifbar zu machen. Wer aber meint, mit »Kritischem Weißsein« eine neue oder gar zentrale Erklärung gefunden zu haben, produziert nur ein neues Dogma, das Teilaspekte verabsolutiert.

In eurer Arbeit nehmt ihr immer wieder die materielle Ungleichheit zwischen Nord und Süd in den Fokus. Inwiefern lässt sich so etwas mit »Kritischer Weißseinsforschung« überhaupt erklären? Führt Identitätspolitik in eine Sackgasse, in der Ökonomie- und Rassismuskritik nicht (mehr) zusammen-
gehören?

Die Ungleichheit zwischen dem globalen Süden und Norden lässt sich in der Tat mit »Kritischem Weißsein« im Kern nicht erklären. Aber sie gibt Hinweise, wie diese Ungleichheit weiter aufrechterhalten und ideologisch begründet wird in den weißen Mehrheitsgesellschaften des Nordens. Zu dieser Zementierung der globalen und regionalen Ungleichheiten gehört für uns als Instrument auch die Entwicklungspolitik. Diese infrage zu stellen lohnt allemal, da sich hier in Nichtregierungsorganisationen und in staatlichen Agenturen Menschen versammeln, die gar nicht mehr hinterfragen, welche Anmaßung es eigentlich ist, andere über tausende von Kilometern hinweg entwickeln zu wollen. Der mexikanische Soziologe Gustavo Esteva bezeichnet Entwicklung als einen »heimtückischen Mythos, dessen bloße Existenz die Mehrheit der Weltbevölkerung bedroht, da er ihre üble Lage in einen chronischen Albtraum verwandelt« Die Arroganz hinter dem Anspruch, andere entwickeln zu wollen, offenbart sich auch, wenn die Frage gestellt wird, welches afrikanische Land ein Ministerium zur Entwicklung von Europa hat.

Und solange antirassistische Arbeit ebenso wie »Kritisches Weißsein« nur um sich kreist und die ökonomischen Grundlagen des politische Lebens analytisch nicht durchdringt und sie damit ausklammert, verkommt sie leicht zu einem Spielball von interessierten Intellektuellen nach dem Motto: »Was kann ich tun, denn ich will ja nicht nichts tun.«, wie es mal die Punkband Die Fremden Anfang der neunziger Jahre als Song formulierte.

Anfang 2014 habt ihr die Flugschrift »Afrika ist schwarz. Wirklich?« veröffentlicht. In dieser greift ihr die wichtige Debatte um Rassismus in Kinderbüchern auf, wehrt euch aber gegen verkürzte sprachpolitische Verbote. Was bedeutet das konkret?

Wir teilen den sprachlichen Rigorismus nicht, der in Sprachregelungen aus den Reihen der »Kritische Weißseinsforschung« zum Ausdruck kommt. Wir sind beispielsweise der Meinung, dass das N-Wort in bestimmten abgegrenzten Bereichen benutzen werden kann, zum Beispiel als Zitat oder im Kontext von Satire und Kunst. Das Missverständliche an unserer Position ist – dies müssen wir selbstkritisch zugeben – dass wir damit zum Kronzeugen werden können für die Fraktion des deutschen Feuilletons, die sich geradezu darin badet, das N-Wort zu benutzen. Nur haben wir mit denen nichts am Hut, insbesondere nicht mit deren Geilheit, ein Wort zu benutzen, das mehrere hunderttausend Menschen in diesem Land beleidigt. Sprache ist nun mal eine lebendige Angelegenheit, die Herrschaftsverhältnisse widerspiegelt, aber eben auch davon lebt, dass eine kritische Auseinandersetzung, wie sie von der »Kritischen Weißseinsforschung« gefordert wird, geführt wird. Auch dadurch ändert sich Sprache, wenn auch nicht von heute auf morgen.

Auch die Frauenbewegung war manchmal mit dem Vorwurf des sprachpolitischem Rigorismus konfrontiert, hat aber mit ihrer Beharrlichkeit zu einem Umdenken geführt. Denn die Reflexion über Sprache ist für uns ein zentraler Bestandteil jedweder emanzipatorischen Veränderung, da wir Menschen uns nun mal meist mit Sprache und ein paar Symbolwelten drum herum verständigen.

Gerade im Hinblick auf oben genannte Flugschrift – seid ihr auch direkter Kritik seitens der Befürworter_innen einer Auseinandersetzung mit »Kritischem Weißsein« ausgesetzt? Welche Resonanz hatte die Broschüre?

Wir sind uns bewusst, dass das Thema »AfrikaBild in Kinderbüchern« sehr minoritär ist. Vor diesem Hintergrund waren wir positiv überrascht über die vielen Reaktionen wie Mails und Bestellungen sowie Veranstaltungsanfragen zu dieser taz-Beilage von uns. Im Kern versuchen wir in dieser Publikation darzulegen, wie sich die große nationale Politik, zum Beispiel der Bismarckzeit, der Weimarer Republik, der NS-Zeit, aber auch der BRD und DDR in Kinder- und Jugendbüchern niederschlägt. Und dies in populärer Form, also nicht an eine kleine Zielgruppe von akademischen Hauptamtlichen gerichtet, obwohl die Flugschrift auch dort fleißig gelesen wird. Aber manche Reaktionen bestätigen die von euch angesprochenen »Sprechverbote«. Auch wunderten wir uns, warum Exemplare der Vorgängerpublikation zum gleichen Thema, die wir bei den Linken Buchtagen 2012 in Berlin ausgelegt hatten, immer wieder schnell vergriffen waren. Zunächst freuten wir uns über das vermeintliche Interesse, bis wir erfuhren, dass sie von »Kritische Weißseins«-VertreterInnen abgeräumt worden waren. Die Flugschrift trug den Titel »Zehn kleine Negerlein« (Untertitel: »AfrikaBilder & Rassismus im Kinderbuch«) – als Zitat(!) des Titels eines bekannten rassistischen Kinderliedes, das wir ausdrücklich kritisierten. Wir haben uns damit der Sprachregelung nicht unterworfen, nach der rassistische Sprüche nicht einmal zitiert werden dürfen. Aber wie man sieht, wir haben es überlebt und geben jetzt der Phase 2 ein Interview, das vermutlich wieder die Sprachpolizei auf den Plan rufen wird. Ausgang offen.

 

Vielen Dank.