Wie viel ist Natur wert?

Von Ökosystemdienstleistungen und Naturkapital

 

Der AK kritische Geographie Leipzig ist ein loser Verbund von Leuten, die in den verschiedenen Bereichen der Geographie tätig sind. Seit einigen Jahren arbeitet der Arbeitskreis in Leipzig an der kritischen Aufarbeitung des Fachs, zu Fragen des Städtischen, zum Thema Urbanismus bei Henri Lefebvre und der Situationistischen Internationale sowie zu Fragen des Mensch-Natur-Verhältnisses.

Wie viel ist ein Wald wert? Noch bis vor kurzem hätte man zur Beantwortung dieser Frage einfach den Preis von Ressourcen wie Holz und den Wert der Fläche addiert. In jüngerer Zeit sind für die Kalkulation des Wertes eines Waldes jedoch noch weit mehr Dinge von Bedeutung: Heute wird die Eigenschaft des Waldes hinzugerechnet, Luft und Wasser reinigen zu können. Monetarisiert wird auch, dass im Sommer kühle Luft in die benachbarte, überhitzte Stadt »geliefert« wird. Darauf wird noch der Wert für die Bestäubung von Kulturpflanzen durch all die Insekten geschlagen, die am Waldrand leben. Vögel »bekämpfen« Schädlinge auf den umliegenden Feldern und auch dieser Nutzen für die Landwirtschaft wird hinzuaddiert. Nicht zu vergessen ist die Bedeutung der »Infrastruktur«, die der Wald für unterschiedliche Pflanzen und Tiere bietet. Auch der potenzielle Wert noch zu identifizierender Kräuter für die Pharmazie der Zukunft spielt eine Rolle. Schließlich kommt noch der Beitrag zur Vermeidung von Hochwassern hinzu. Sonntags kommen die BewohnerInnen der nahen Stadt, um die Schönheiten der Natur anzusehen und sich dabei zu erholen. Sie werden gefragt, wie viel Geld sie bereit wären, für deren Erhalt auszugeben. Auch der identitätsstiftende Wert eines Waldes für die Region wird berechnet. All diese Eigenschaften des Waldes sollen also auf eine Gesamtsumme gebracht werden.

Die UN beispielsweise bezeichnet den Nutzen, den Menschen aus Ökosystemen ziehen, wie etwa Klimaregulation oder Wasserreinigung, als sogenannte Ökosystemdienstleistungen. Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage nach dem Wert von Natur? ist deutlich komplexer geworden und bezieht sich längst nicht mehr nur auf Rohstoffe. Sie wird inzwischen nicht allein für einen Wald oder eine Bergwiese, sondern potenziell für die ganze Welt gestellt. Für die globale Biosphäre wurde 1997 der Wert 17 solcher Ökosystemdienstleistungen auf 16–54 Billionen Dollar geschätzt. Dem stand das erwirtschaftete Weltsozialprodukt von damals ca. 18 Billionen Dollar gegenüber. Ziel der Studie war es, die Dimension der globalen Ökosystemdienstleistungen zu bestimmen und als Wert für die zu modernisierende Ökonomie nutzbar zu machen. Dies sollte eine Voraussetzung sein, um den Raubbau an der Natur zu stoppen.

Diese Kommodifizierung von Natur, also ihr allumfassendes »Zur-Ware-Werden«, ist ein entscheidender Vorgang zur Sicherung und Erneuerung des Kapitalismus. Er bestimmt die Agenda globaler Abkommen, die internationale Politik, weite Teile der naturwissenschaftlichen Forschung und zunehmend unser individuelles Handeln. Es scheint paradox, dass dieser Trend kaum Widerspruch erntet, obwohl seit der Finanzkrise nicht nur Linke die Kräfte des Marktes und die theoretischen Grundlagen des Kapitalismus in Frage stellen. Konzepte wie die beschriebenen Ökosystemdienstleistungen bleiben davon jedoch unbeeinflusst. Sie stehen für einen qualitativ neuen Schritt in Richtung einer vollständigen Einverleibung des natürlichen Lebens in die Sphäre des Kapitalismus.

Im Folgenden werden einige Grundlagen des Trends zur restlosen Ökonomisierung der Natur und ihrer »Dienste« skizziert. Es wird nachgezeichnet, woher diese Trends kommen und welchen Einfluss sie heute bereits haben. Da eine breite Diskussion um dieses Thema erst an ihrem Anfang steht, werden im letzten Teil des Textes einige kritische Positionen umrissen. Ziel ist es, einen groben Überblick über das Thema als Grundlage für eine dringend nötige kritische Diskussion zu geben.

Naturkapital und Ökosystemdienstleistungen. Was soll das sein?

Bereits 1972 veröffentlichte der einflussreiche Club of Rome?  seine Studie »Die Grenzen des Wachstums«. Die Kernaussage liest sich folgendermaßen: »Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.« Die Studie provozierte in den damals kapitalistischen Ländern eine breite Kontroverse über die Grundlagen des Wirtschaftswachstums. Obwohl sie wesentlich durch Überlegungen zur Begrenzung der Weltbevölkerung angestoßen wurde, trug die einsetzende Diskussion entscheidend zur Thematisierung der »ökologischen Frage« in der Ökonomie bei.

In ihrer Tradition stehen Ansätze von Ökonom­Innen, die zunehmend die globalen Grundlagen für menschliches Wirtschaften und damit auch das sogenannte Naturkapital in den Blick nahmen. Zumindest in der Umweltökonomie setzte sich folgende Einsicht durch: »Das natürliche Kapital hat das produzierte Kapital als beschränkenden Faktor ersetzt, ohne dass diese Tatsache in den traditionellen Theorien berücksichtigt wird.«? Als Reaktion darauf wurde das Paradigma der Nachhaltigkeit entwickelt.? Diesem zufolge muss der gesamte Kapitalbestand für zukünftige Generationen erhalten bleiben. Die Schulen der schwachen bzw. der starken Nachhaltigkeit setzten sich nun darüber auseinander, wie der Kapitalbestand zu erhalten sei. Ins Zentrum rückte die Frage, ob Naturkapital durch andere Formen von reproduzierbarem Kapital (z.B. Maschinen) oder Humankapital ersetzbar (substituierbar) sei. Laut dem Ansatz der schwachen Nachhaltigkeit muss der Wert des gesamten Kapitalstocks bestehend aus Sachkapital, Naturkapital, Humankapital und sozialem Kapital im Sinne eines konstanten Konsumniveaus erhalten bleiben. Demnach wird ein abgeholztes Waldstück (Naturkapital) durch die entstehende neue Straße (Sachkapital) substituiert, der Wert des Kapitalbestandes bleibt nach dieser Vorstellung gleich.? Die VerfechterInnen der starken Nachhaltigkeit verneinen die Substituierbarkeit unterschiedlicher Kapitalformen miteinander und vertreten stattdessen eine Position, nach der der Naturkapitalstock im Wert mindestens gleich bleiben müsse.? In den letzten Jahrzehnten setzte sich die starke Nachhaltigkeit weitgehend durch, womit so banale Einsichten zum Standard wurden, dass eine Straße eben kein zerstörtes Waldstück ersetzen kann.

Naturkapital wurde auch jenseits von Ressourcen zur wichtigen Kategorie. Nach der gleichen Logik entwickelte sich parallel die Vorstellung, die »ökologische Frage« durch die Kräfte des Marktes lösen zu können. Garantierten nach dem keynesianischen Modell zuvor die Nationalstaaten den Umweltschutz, so sollen sich diese nach neoliberaler Logik immer weiter zurück ziehen: Der Markt soll es richten Dafür bedarf es allerdings der kompletten Einbeziehung »der Natur« in die Sphäre der kapitalistischen Produktion. Beispielsweise wurden die negativen Auswirkungen der Abholzung eines Waldes zur Förderung von Braunkohle bislang von der Allgemeinheit getragen. Nun sollen aber diese Auswirkungen als Kosten beziffert werden, um sie jemandem in Rechnung stellen zu können. Die eingangs erwähnte Studie zur Berechnung der globalen Ökosystemdienstleistungen begründet die Notwendigkeit solcher Monetarisierung wie folgt: »Da Ökosystemdienstleistungen in kommerziellen Märkten nicht im vollen Umfang erfasst oder angemessen quantifiziert werden, um vergleichbar mit ökonomischen Gütern und von Menschen hergestelltem Kapital zu sein, wird ihnen oft in der politischen Entscheidungsfindung zu wenig Platz eingeräumt.« Dies, so schreiben die AutorInnen im Fachblatt Nature, gefährde das nachhaltige Bestehen der Menschheit innerhalb der Biosphäre. Dieser Gedanke machte das Konzept der Ökosystemdienstleistungen zum gegenwärtigen Flaggschiff der Neoliberalisierung von Natur. 

Erste fachliche Diskussionen wurden bereits in den 1980er Jahren geführt Seitdem fand das Konzept, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, Eingang in unzählige regionale bis internationale Regelwerke. Besonders vorangetrieben werden Methoden der Monetarisierung im Zusammenhang mit Diskussionen um den Erhalt der globalen biologischen Vielfalt und um das Weltklima. Um den konzeptionellen Ansatz zu verdeutlichen, sei auf einen etwas älteren, aber nicht minder wichtigen Schauplatz für die Einrichtung marktbasierter Regulation verwiesen. In den USA und Europa wurden in den letzten Jahrzehnten sogenannte Verschmutzungsrechte für Schwefeldioxid (SO2) eingeführt. Damit sollte den Problemen des sauren Regens und des weit verbreiteten Waldsterbens begegnet werden. Die Gesamtmenge an zulässigem SO2-Ausstoß wurde per politischer Entscheidung beschränkt. Es wurden Zertifikate ausgegeben, die es deren BesitzerInnen erlauben, eine gewisse Menge des Schadstoffes auszustoßen. Wenn ein Betrieb durch technische Innovation weniger Schwefeldioxid produziert, kann er seitdem seine nicht benötigten Verschmutzungsrechte auf einem dafür geschaffenen Markt verkaufen. Damit sollen Anreize für Unternehmen geschaffen werden, ihre Emissionen zu reduzieren. Umweltschutz wird so zur wirtschaftlichen Entscheidung. Nach diesem Vorbild werden nun auch globale Märkte für Zertifikate zum Ausstoß von CO2 geschaffen. Damit, so der Wunsch, soll der globale Klimawandel auf ein erträgliches Maß beschränkt werden.

Parallel läuft das ungleich komplexere Unterfangen, die »Produkte« und »Dienstleistungen« der Natur handelbar zu machen. In unzähligen Projekten wird dessen Umsetzung erprobt. NGOs, ForscherInnen, PolitikerInnen, PlanerInnen und ManagerInnen haben in den letzten 20 Jahren gelernt, in der Nomenklatur von Ökosystemdienstleistungen und Naturkapital zu denken und zu sprechen Lehrbücher beschreiben »Existenzwerte« von Biotopen in Euro und Cent pro Quadratmeter. Große Teile der weltweiten Forschungsförderung in den Umweltwissenschaften sind auf die Schaffung und Operationalisierung von Ökosystemdienstleistungen ausgerichtet. So fordert beispielsweise das National Research Council (NRC) in den USA ÖkologInnen direkt dazu auf, »die Ergebnisse ökologischer Modellierung in einer Form« zu produzieren, auf »dass sie als Input für ökonomische Analysen dienen können«. Zudem haben große Studien das Konzept der Ökosystemdienstleistungen bis in die höchsten Kreise von Wirtschaft und Politik befördert. Zum endgültigen Durchbruch der Ökosystemdienstleistungen haben die Millennium Ecosystem-Assessment-Reporte der UN geführt. Die darin aufgeführte Definition gilt weithin als Standard, wenngleich sie in der Wissenschaft umstritten ist. Ökosystemdienstleistungen sind demnach »the benefits people obtain from ecosystems«. Der in den Reporten seit 2003 skizzierte methodische Rahmen stammt aus der Umweltökonomik und ist die Blaupause für tausende von Studien zum Thema. Er gibt die maßgebliche Denkrichtung wieder.

Auch auf EU-Ebene wurde dieser Ansatz bereits verankert. Die »Biodiversitätsstrategie für das Jahr 2020« soll mit Hilfe der Märkte dafür sorgen, die Vielfalt der Natur zu erhalten. In der Einleitung ist zu lesen: Biodiversität »ist auch unser Naturkapital, denn sie stellt Ökosystemdienstleistungen bereit, die die Grundlage unserer Wirtschaft bilden. Verschlechterung und Verlust dieses Kapitals stellen die Bereitstellung dieser Dienstleistungen in Frage und führen zum Verlust an Arten und Lebensräumen, des Wohlstandswertes der Natur und von Arbeitsplätzen und gefährden unser eigenes Wohlbefinden«. In diesem Papier wird von der Europäischen Kommission die EU-weite »Wertbestimmung unseres Naturkapitals und seiner vielfachen Vorteile« als Ziel formuliert. Nur die monetäre Bewertung würde einen Umgang mit unterschiedlichen Interessen möglich machen: »Da die Biodiversität keinen Preis hat und in der gesellschaftlichen Buchführung nicht erfasst wird, ist sie oft Gegenstand konkurrierender Ansprüche auf die Natur und ihre Nutzung.«? Deshalb sei die Biodiversität über das Instrument der Ökosystemdienstleistungen in Rechnungsführung und Berichterstattung zu integrieren. Das Europäische Parlament stimmte dieser Strategie 2012 zu. Alle Länder der EU sind nun aufgefordert bis 2020 »ihre« Ökosystemdienstleistungen zu kartieren und zu bewerten. In Deutschland wird dieses Vorhaben durch das Projekt »TEEB-DE – Naturkapital Deutschland« unter der Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig (UFZ) umgesetzt. Dieses Projekt möchte »ein stärkeres Bewusstsein für den Wert von Naturkapital« schaffen, »mit dem Ziel, diesen Wert – zusätzlich zur ethischen Verantwortung – künftig stärker in privaten, unternehmerischen und politischen Entscheidungen zu berücksichtigen« Bereits die globale TEEB-Pilotstudie? hatte die Mission »Natur ökonomisch sichtbar zu machen«. Während diese Biodiversitäts-Initiative in Europa zur Zeit einer der umfassendsten Versuche zur Bewertung von Naturkapital ist, lassen sich im globalen Rahmen bereits unzählige ähnliche Projekte finden. Es fällt auf, dass marktbasierte Umweltprogramme in den Schwellen- und Entwicklungsländern weit verbreitet sind. Bereits um das Jahr 2000 wurde z. B. in Mexiko ein landesweites PES-Programm? entwickelt. Unterstützt wurde dieses Programm u. a. durch die Weltbank, die Interamerikanische Entwicklungsbank und die finnische Regierung.

Kritikpunkte am Konzept der Ökosystemdienstleistungen

Kritische Einsprüche sind recht selten zu vernehmen, und das Spektrum der zugrundeliegenden Positionen ist sehr breit; es reicht von wissenschaftlicher Methoden- bis zu marxistischer Gesellschaftskritik. Ein großer Teil der KritikerInnen setzt sich nur mit den offensichtlichsten Widersprüchen auseinander. Viele Grundannahmen über das Verhältnis der Menschen zur Natur oder die kapitalistische Ökonomie werden häufig unhinterfragt geteilt. Die Kritik der Kommodifizierung von Natur läuft in diesen Fällen also auf die Idee vom angeblich humaneren und ökologischeren, nationalstaatlich gezähmten Kapitalismus und dessen entsprechenden Naturschutzkonzepten hinaus. Dem gegenüber ist eine grundsätzliche Kapitalismuskritik die Basis der kritischen Geographie. Deren Ausführungen werden am Ende des Textes kurz angerissen. Für die Zukunft verbleibt die Aufgabe, diese abstrakt theoretischen Ausführungen anhand von Beispielen nachvollziehbarer darzustellen.

Die Durchsetzung marktbasierter Konzepte wie dem der Ökosystemdienstleitungen ist von einer breiten Öffentlichkeit nahezu unbemerkt geblieben. Gründe dafür sind sicher die hohe fachliche Spezialisierung und die unbestreitbare Vielschichtigkeit der Ansätze. Die fachlichen und politischen Auseinandersetzungen sind bislang aber auf keine einheitliche Linie festgelegt und weisen viele Widersprüchlichkeiten auf. In der anglo-amerikanischen Debatte lassen sich vereinzelt sogar Stimmen finden, die den Ansatz auch jenseits kapitalistischer Verhältnisse für anwendbar halten. Die meisten wissenschaftlichen und politischen Positionen überbieten sich allerdings darin, zum kapitalistischen Normalbetrieb beitragen zu wollen. Daran ändert auch nichts, dass WissenschaftlerInnen, die die Umsetzung der Konzepte vorantreiben, ethische Zweifel äußern. Es wird zwar häufig auf die Grenzen der ökonomischen Bewertung hingewiesen und gefordert, ethische Fragen nicht aus den Augen zu verlieren, zugleich muss aber eingeräumt werden, dass der Fokus derzeit vor allem darauf liegt, monetäre Aussagen zu treffen. Ethische Bauchschmerzen werden zwar erwähnt, aber selten argumentiert. Darum haben sie kaum Auswirkungen. Als ein Vertreter des institutionalisierten Umweltschutzes hat der BUND ein Positionspapier herausgegeben, in dem die Fokussierung auf marktbasierte Ansätze des Naturschutzes kritisiert? und betont wird, dass auch auf ethische Fragen sowie die Einrichtung und Erhaltung von Schutzgebieten geachtet werden müsse Grundsätzlich lehnt der BUND monetarisierende Ansätze aber keineswegs ab, solange ihnen eine umfassende Inventarisierung vorausgeht. Im globalen Rahmen setzt dies jedoch die Fähigkeit voraus, alle Funktionen von Ökosystemen zu überblicken und deren Nutzen bewerten zu können. Ein Gesamtverständnis des Natursystems Welt ist allerdings nicht möglich. Wie soll man also mit den Informationslücken umgehen? Auch die Ausschreibung des TEEB-DE Projektes antizipiert eine mögliche Kritik an der Ökonomisierung der Natur. Es gehe »nicht darum, Pflanzen und Tiere mit Preisschildern zu versehen oder eine einzelne nationale Wertgröße zu berechnen. Vielmehr soll ein stärkeres Bewusstsein für den Wert von Naturkapital geschaffen werden mit dem Ziel, diesen Wert – zusätzlich zur ethischen Verantwortung – künftig stärker in privaten, unternehmerischen und politischen Entscheidungen zu berücksichtigen«.  Methodisch ist eine allumfassende Monetarisierung auch von den optimistischsten VerfechterInnen des Ansatzes noch nicht zu leisten. Viele WissenschaftlerInnen wollen den Wert von Ökosystemdienstleistungen daher auch nur als währungsunabhängigen Vergleichswert verstehen; letztlich als eine Variante, um die Komplexität von Ökosystemen zu reduzieren. Natur soll so durch eine leicht kommunizierbare Größe in gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen sichtbar gemacht werden: Ökosystemdienstleistungen als Kommunikationsinstrument. Zumindest Teile der Umweltwissenschaften scheuen sich also vor dem letzten Schritt, der Ausweisung von Ökosystemdienstleistungswerten in Euro oder Dollar. Dieser Job wird allerdings bereitwillig von der Ökonomie übernommen. Inzwischen liefern die Umweltwissenschaften, besorgt um ihre gesellschaftliche Bedeutung, längst Ergebnisse, die kompatibel zu den Modellen der Wirtschaftswissenschaften sind. In der Konsequenz dienen die Konzepte der »Internalisierung externer Kosten« und laufen auf eine monetäre Bewertung von Natur hinaus. Ein Projekt wie TEEB-DE wird die Durchsetzung des Ökosystemdienstleistungsansatzes und dessen methodische Weiterentwicklung wesentlich vorantreiben. Diese Methoden sind die Grundlage der Kommodifizierung von Natur. Trotz Verweis auf eigene Bedenken arbeiten die Naturwissenschaften bereitwillig an der auf einen einzigen Vergleichswert gerichteten Reduzierung der Komplexität von Ökosystemen mit. Dafür ist es am Ende unerheblich, ob von TEEB-DE tatsächlich ein Wert in Euro genannt wird. Die Vorarbeiten werden in einem späteren Schritt dazu dienen, handelbare Ökosystemdienstleistungsprodukte zu entwerfen, wie es das Beispiel Mexiko anschaulich vorführt.

Die Ökosystemdienstleistungen widersprechen partiell auch dem Paradigma der Nachhaltigkeit, in dessen Namen sie entwickelt wurden. Nachhaltigkeit enthält die Forderung, zukünftigen Generationen eine Welt mit vergleichbaren Potenzialen und Kapitalbeständen zu überlassen. Förderte man nun verstärkt Dienstleistungen, würden Ökosysteme aber nach dem Nutzen für gegenwärtige Gesellschaften bewertet und entsprechend weiterentwickelt. Was heute unbekannt ist oder als nutzlos gilt, geriete aus dem Fokus und würde nicht für zukünftige Generationen erhalten bleiben. Und noch ein zweites Argument wird im Namen der Nachhaltigkeit geltend gemacht. Es herrsche allgemeiner Konsens darüber, dass die Erhaltung der Biosphäre langfristig angelegt sein müsse. Konstanz wäre aber von den Finanzmärkten nicht zu erwarten. Auch die für Ökosystemdienstleistungsprodukte zu generierenden Geldaufkommen würden von Schwankungen der internationalen Märkte abhängen und könnten nicht dauerhaft gesichert werden. Wie sollten marktbasierte Ansätze also den dauerhaften Schutz der Ökosysteme garantieren?

In einigen Fällen wird auch die utilitaristische Sichtweise kritisiert: potenziell gerieten große Teile der Biosphäre aus dem Blick. Sie könnten »als ›nutzlos‹ für den Menschen und deshalb nicht weiter schützenswert [..] eingestuft werden«, denn »Ökosystemdienstleistungen brauchen nicht zwingend die gesamte biologische Vielfalt oder insgesamt ungestörte Ökosysteme«. Auch Agrarflächen sind fähig, »natürliche Dienstleistungen« zu erbringen. Wie sollten also marktbasierte Ansätze dafür sorgen, die Teile des Ökosystems zu schützen, die im Konflikt mit dem Nutzen des Menschen stehen? So wird in einem Kommentar im Fachblatt Nature beispielsweise darauf hingewiesen, dass manche Wälder zur globalen Erwärmung beitragen und manche Tiere Menschen gefährden oder Besitztümer verwüsten.

Eine selten zu vernehmende Kritik thematisiert, dass Ökosystemdienstleistungen die globale, soziale Ungleichheit zementierten. Vor allem arme, ländliche Bevölkerungen, die weitgehend Subsistenzwirtschaft betreiben, blieben systematisch unterrepräsentiert. Der Nutzen, den sie aus der Natur beziehen, habe keinen Marktwert und tauche in keiner »gesellschaftlichen Buchführung« auf. Ihnen fehle es nach Marktlogik an Kapital. Außerdem liege die Definitionsmacht, wie viel die genutzte Landschaft als Naturkapital wert wäre, meist nicht in den Händen der Nutzenden. Das meiste Geld, um Ökosystemdienstleistungen zu kaufen, kommt immer noch von den Nationen des globalen Nordens. Und wie solle damit umgegangen werden, dass ein Teil der weltweit Millionen Menschen, die von Subsistenz leben, im Konflikt zu den Ökosystemdienstleistungen wie z. B. der Klimaregulation stehen? Es wird immer deutlicher, dass die Kommodifizierung von Natur vor allem den Ökonomien der Industrienationen dient. Zugleich werden aber die Lasten des Umweltschutzes auch auf die Armen der Welt verteilt, die jedoch einen wesentlich geringeren Anteil an der Zerstörung von Ökosystemen haben Obwohl Armutsbekämpfung häufig als ein Motiv zur Etablierung von Ausgleichszahlungen für natürliche Dienstleistungen (PES) genannt wird, ist dies nur ein willkommener Nebeneffekt. Um arme Menschen geht es nur, wenn diese die Wirksamkeit der Kommodifizierung nicht stören. Im Wesentlichen geht es bei den PES um eine Steigerung der Effizienz beim Management von Naturkapital.

Die skizzierten Kritikpunkte an der Kommodifizierung der Biosphäre sind in vielen Fällen sehr zutreffend und nachvollziehbar. Allerdings stellen sie die kapitalistische Logik, der die beschriebenen Konzepte entspringen, nicht in Frage. Wie im Falle des institutionalisieren Umweltschutzes laufen sie auf den Ruf nach dem starken Staat und nachhaltigen Kapitalismus hinaus. Nachfolgend werden einige Aspekte in Bezug auf die Kommodifizierung von Natur vorgestellt, wie sie die kritische Geographie diskutiert. Nach gegenwärtiger, kapitalistischer Logik wird Natur zunehmend als ein Set an Dienstleistungen verstanden und behandelt. Es wird argumentiert, dass diese angeblichen Serviceleistungen der Natur durch den Prozess der Kommodifizierung erst geschaffen werden. Wie das funktioniert, zeigt ein Beispiel aus Costa Rica, das im Fachblatt Nature erörtert wurde Eine Studie fand heraus, dass Bienen aus einem der wenigen unberührten Teile des Regenwaldes ihre Nahrung von Pflanzen einer nahegelegenen Kaffeeplantage bezogen und diese dabei bestäubten. Der Wert dieser für die Bienen beiläufigen »Bestäubungsleistung« wurde auf 60.000 US$ beziffert. Alternativ hätte ohne die Insekten wohl aufwändig per Hand bestäubt werden müssen. Die Dienstleistungen des Waldfragmentes wären also um diesen Betrag mehr wert. Vermutlich durch einen Fall der Kaffeepreise entschieden sich die Betreiber­Innen kurze Zeit später, statt Kaffee Ananas anzubauen. Für Ananas sind die Bienen allerdings irrelevant. Also fiel der Ökosystemdienstleistungslogik zufolge der Wert des Waldfragmentes um 60.000 US$. Zum Zweck der Kommodifizierung werden also einzelne Teile aus dem komplexen ökologischen Gefüge isoliert: Die Bienen sind auf den Blüten der Kaffeepflanzen von Bedeutung. Per Definition dienen einige Resultate, in diesem Falle die beiläufige Bestäubung, dem Vorteil des Menschen und werden so zur Dienstleistung. Durch diesen Schritt werden biologische Prozesse »industrialisiert« und als Produktionsprozess behandelt. Bienen scheinen wie Menschen zu arbeiten. Dem gegenüber argumentiert Neil Smith, als ein exponierter Vertreter der Critical Geography, dass die Schaffung von Märkten für Ökosystemdienstleistungen mehr bedeutet als nur die Verschiebung der Grenzen der Produktion hinein in biologische Prozesse. Zunehmend würde statt dessen eine »soziale Natur« als Basis eines neuen Sektors der Produktion und Akkumulation geschaffen. Die Perspektive auf Natur verändere sich. Sie werde zu einer Form von Kapital. Der von Smith genutzte Begriff der »Zweiten Natur« (Second Nature) bedeute demnach die Schaffung eines Sets von Abstraktionen, die Natur nicht nur als materielle Güter (Holz, Rohstoffe etc.) zirkulieren lässt, sondern auch als finanzielle Güter und Dienstleistungen. Demnach bewegen wir uns von einer Situation, in der Güter der Natur durch Geld repräsentiert werden, hin zu einer Situation, in der die Abstraktionen und deren Geldwerte zur wirkungsmächtigeren Realität als die materielle Natur selbst werden; eine Situation also, in der Natur produziert wird und ihr materieller Bestand direkt vom Geschehen an den Märkten abhängt. Nach diesem Verständnis ist die Natur nicht nur der biologische Arm der Produktion, sondern wird als Abstraktion selbst produziert.

Die vorgestellten Ansätze der Kritik bedürfen dringend einer umfänglicheren Diskussion. An vielen Stellen drängt sich jedoch schon bei grober Betrachtung die Frage auf, warum die Kräfte des angeblich freien Marktes geeignet sein sollen, die Verwüstung der Biosphäre aufzuhalten, wenn sie schon offensichtlich nie das Versprechen einlösen konnten, Wohlstand für alle Menschen zu schaffen. Der Handel mit CO2 macht schon heute deutlich, dass essenzielle Grundlagen des menschlichen Stoffwechsels unter dem Einfluss des Marktes stehen. Als »Carbon-Markt« wird der Kohlenstoffkreislauf zur Arena für Kapitalakkumulation, und mit jedem Atemzug sind wir Teilnehmende an diesem Markt. Dieser Trend wird mit dem Ansatz der Ökosystemdienstleistungen auf die gesamte Biosphäre übertragen.

 

 

~ Von Arbeitskreis Kritische Geographie Leipzig.

Fußnoten

  1. The Board of the Millennium Ecosystem Assessment, Millenium Ecosystem Assessment: Living Beyond our Means. Natural Assets and Human Well-Being, März 2005, http://0cn.de/0ist.
  2. Im Folgenden wird häufiger der Begriff »Natur« verwendet. ?Ansätze der kritischen Geographie setzen bereits an dieser Stelle an. Grundlegende Fragen zum Verhältnis von Menschen und Natur sind allerdings nicht Gegenstand dieses Artikels. ?Mit dem Bewusstsein für sich daraus ergebenden Probleme werden sie trotzdem verwendet. Zum Weiterlesen sei z.B. die Phase 2.27 (2008) empfohlen.
  3. Robert Costanza u.a., The Value of the World’s Ecosystem Services and Natural Capital, in: Nature 387 (1997).
  4. Der Club of Rome wurde 1968 als Zusammenschluss von führenden ÖkonomInnen, PolitikerInnen und WissenschaftlerInnen gegründet. Mit seinen Studien »The Limits to Growth« hat der Kreis weltweite Diskussionen um die Grundlagen des Wirtschaftswachstums ausgelöst.
  5. Donella H. Meadows u.a., The Limits to Growth. A Report for the Club of Rome‘s Project on the Predicament of Mankind, New York 1972, 17.
  6. Martin Held/Hans G. Nutzinger (Hrsg.), Nachhaltiges Naturkapital. Ökonomik und zukunftsfähige Entwicklung, Frankfurt a.M. 2001, 59.
  7. Auf eine ausführliche Beschreibung dieses Konzeptes muss an dieser Stelle leider verzichtet werden. Zum Weiterlesen ?empfiehlt sich die Phase 2–27 (2008).
  8. Michael von Hauff, Von der Sozialen zur Nachhaltigen Marktwirtschaft. Policy Paper 31 der Stiftung Entwicklung und Frieden, Bonn 2009, 3.
  9. Lucas Bretschger/Karen Pittel, Ökonomische Theorie der Nachhaltigkeit, 2007, 9ff. Vorlesungsskript am Center of Economic Research der ETH Zurich.
  10. Jessica Dempsey/Morgan Robertson, Ecosystem Services: Tensions, Impurities, and Points of Engagement within Neoliberalism, sagepub.com, 15. November 2012, http://0cn.de/lk6w, S. 4.
  11. Costanza u.a., Value, 1997, 253 (eigene Übersetzung).
  12. Dempsey/Robertson, Ecosystem Services, 2012, 2.
  13. Morgan Robertson, Measurement and Alienation: Making a World of Ecosystem Services, in: Transactions of the Institute of British Geographers / Royal Geographical Society (with the Institute of British Geographers) 37/3 (2012), 386–401, 389; Bettina Matzdorf, Bewertung der Ökosystemdienstleistungen von HNV-Grünland, 2010. Gutachten Vorstudie des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung, Müncheberg, http://0cn.de/2zby, S. 3; Dempsey/Robertson, Ecosystem Services, 1.
  14. Einen kurzen Überblick über den sogenannten cap-and-trade Ansatz bieten die folgenden Websites: U.S. Environmental Protection Agency: http://0cn.de/g93k und Environmental Defense Fund: http://0cn.de/j1sx.
  15. Eine wichtige theoretische und methodische Grundlage dafür legte der »Stern Review on the Economics of Climate Change«. Er wurde nach dem ehemaligen Chefökonom der Weltbank benannt, der die Studie leitete.
  16. Dempsey/Robertson, Ecosystem Services, 2012, 1.
  17. National Research Council of the National Academies (NRC), Valuing Ecosystem Services – Toward Better Environmental Decision-Making, 26. Oktober 2004, http://0cn.de/c4um, S. 218.
  18. Wichtige Arbeiten dazu stammen vom Team um Robert Costanza oder der Forschungsgruppe um die Ökologin Gretchen Daily.
  19. The Board of the Millennium Ecosystem Assessment, Millenium Ecosystem Assessment: Ecosystems and Human Well-being: ?A Framework for Assessment, 2005, http://0cn.de/rjzm, S. 27.
  20. Europäische Kommission, Lebensversicherung und Natur­kapital: Eine Biodiversitätsstrategie der EU für das Jahr 2020, ?3. Mai 2011, http://0cn.de/conp, 1.
  21. Ebd., 3.
  22. TEEB ist ein Akronym für »The Economics of Ecosystems and Biodiversity«. Eine erste globale Studie wurde von Deutschland auf dem Umweltministertreffen der G8 2007 in Potsdam angestoßen. Die Berichte zur ersten TEEB-Initiative – unter Leitung von Pavan Sukhdev, eines Abteilungsdirektors der Deutschen Bank – erschienen zwischen 2008 und 2010. Daran nahmen ca. 500 Wissen­schaftlerInnen aus 26 Ländern teil, koordiniert wurde sie durch das UFZ. Sie dient als Vorbild für nun folgende nationale Berichte.
  23. Bundesamt für Naturschutz, Der Nutzen von Ökonomie und Ökosystemleistungen für die Naturschutzpraxis, Bonn 2012, http://0cn.de/m42e, S. 17.
  24. Eine gute Zusammenfassung der Berichte zur ersten globalen TEEB-Initiative bietet der BUND-Hintergrund – Internationale Diskussion um eine Ökonomie der Ökosysteme und der biologischen Vielfalt von 2010 online: http://0cn.de/79lt.
  25. Asad Naqvi, Current issues from the international TEEB ?process, Vortragsskript zur International Academy for Nature Conservation, Isle of Vilm, Germany 11.-15. Oktober 2011; Irene Ring, Die Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität – die TEEB-Initiative, Vortragsskript zum 5. Dresdener Landschaftskolloquium 2010, S. 2.
  26. Payments for Ecosystem Services (PES) wurden geschaffen um den NutzerInnen von Ressourcen und Ökosystemdienstleistungen die »Umweltkosten« in Rechnung stellen zu können. Ökosysteme werden so zur Einnahmequelle und seien damit besser geschützt. Jennifer Alix-Garcia, An Assessment of Mexico’s Payment for Environmental Services Program, August 2005, http://0cn.de/rjsn.
  27. Dempsey/Robertson, Ecosystem Services, 3.
  28. »Dressed in the language of science and policy debate, ?narratives about ES that surpass capitalism-as-usual are everywhere we look.« In: Dempsey/Robertson, Ecosystem Services, 4.
  29. Z.B. von Marion Potschin/Roy Haines-Young, Ecosystem ?Services. Exploring a Geographical Perspective, in: Progress in Physical Geography, 35/5 (2011), 575–594, 584. Beide WissenschaftlerInnen haben 2010 für die Europäische Umweltagentur (EEA) ein neues Klassifikationssystem (Common International Classification of Ecosystem Goods and Services – CICES) ?entwickelt, um Ökosystemdienstleistungen in das internationale System der umweltökonomischen Gesamtrechnungen (System of Integrated Environmental and Economic Accounting – SEEA) einzubeziehen. Umweltrat, Umweltgutachten Verantwortung in einer begrenzten Welt – Kapitel 10, 2012, http://0cn.de/z9za, S. 337.
  30. Potschin/Haines-Young, Ecosystem Services, 584.
  31. BUND, Hintergrundpapier – Zur Internationalen Diskussion um eine Ökonomie der Ökosysteme und der Biologischen Vielfalt, Juli 2010, http://0cn.de/2j1.
  32. Dass auch dieses Konzept große Nachteile aufweist, solange zwischen den Schutzgebieten die natürliche Umwelt intensiv ausgebeutet wird, kann an dieser Stelle nur am Rande erwähnt werden.
  33. Selbstdarstellung von TEEB-DE unter http://0cn.de/r8sw.
  34. Das Konzept der Nachhaltigkeit soll an dieser Stelle weder ?kritisch diskutiert noch verteidigt werden.
  35. BUND, Hintergrundpapier. Kurzfassung, August 2010, ?http://0cn.de/knjo, S. 1.
  36. Ebd.
  37. Ebd.
  38. Douglas McCauley, Selling out on Nature, in: Nature 443 (2006), 26f.
  39. Ronald Muradian u.a., Reconciling Theory and Practice. An Alternative Conceptual Framework for Understanding Payments for Environmental Services, in: Ecological Economics. The Transdisciplinary Journal of the International Society for Ecological Economics 69/9 (2010), 1202–1208, 1204.
  40. »This vision renders effects on poverty reduction as (welcome) positive ›side effects‹. The poor should be targeted however as long as their inclusion does not imply efficiency loses.«, ebd., 1203.
  41. William Boyd/ W Scott Prudham/Rachel Schurman, Industrial Dynamics and the Problem of Nature. In: Society and Natural Resources 14/7, (2001), 555–570.
  42. McCauley, Selling out on Nature, 27.
  43. Boyd/Prudham/Schurman, Industrial Dynamics and the Problem of Nature, 556.
  44. Ausführlich ist dies in Smiths Aufsatz »The Production of Nature« dargestellt. Neil Smith, The Production of Nature, 1984/1990 Uneven Development: Nature, Capital and the Production of Space. (1990). 34-65, http://0cn.de/xc6b.
  45. »We are moving from a point where nature can merely be represented by money, to a point where money becomes the more perfect abstract reality of the community of nature, something whose survival is tied to discount rates and future contracts.« In: Dempsey/Robertson, Ecosystem Services, 2012, 3.