The Golem's Mighty Swing

Über die Rezeption der Golemfigur im Comic

Im Angesicht des Nationalsozialismus hat Egon Erwin Kisch 1938 formuliert: »Du weißt doch, dass ich ein direkter Nachkomme des weisen Rabbi Löw bin, der aus Lehm den Golem modelliert hat und ihm, wenn den Juden Unrecht droht, befahl: Erhebe dich und gehe! So einen Golem würden wir brauchen, wenn die Nazis auf uns losgehen werden. Ich würde ihm auch befehlen: Erhebe dich und geh, die Feinde rücken auf mein Prag zu.«  Während sich Kisch, der ein Jahr später in die Vereinigten Staaten floh, als Rabbi Löw imaginierte, machten sich dort zwei zwanzigjährige New Yorker daran, ihren eigenen Golem zu erschaffen. Joe Shuster und Jerry Siegel, beide 1914 als Söhne osteuropäischer jüdischer Einwanderer geboren, begannen Mitte der 1930er mit der Entwicklung ihres Comic-Charakters Superman, der 1938 erstmals gedruckt wurde. Rückblickend schreibt Siegel: »Hören und Lesen von der Beklemmung dem Schlachten von hilflosen, bedrückten Juden im nazistischen Deutschland […] das Sehen von Filmen, die die Schrecken der durch Unterdrückung und Entbehrung gezeichneten abbildeten, ich hatte den großen Drang zu helfen, den unterdrückten Massen irgendwie zu helfen. Wie konnte ich ihnen helfen, als ich mir kaum helfen konnte? Superman war die Antwort.«

Die Kreation des Superman kam dabei natürlich nicht aus dem kulturellen Nichts. Der New Yorker Rabbi Simcha Weinstein weist in seinem Buch Up, up, and oy vey! darauf hin, dass die SuperheldInnen aus den Federn jüdischer ComiczeichnerInnen in der Tradition der »Superhelden« des Alten Testaments gelesen werden können – Moses, David, Samson, Ruth, etc. –, die alle mit scheinbar übernatürlichen Kräften für ihr Volk kämpften. Die jüdische Lehre fordert sogar, die Thoralektüre immer auch auf das eigene Leben und die Gegenwart zu beziehen. Peter Waldmann weist ebenfalls auf das revolutionäre Element in der jüdischen Diskurspraktik der Gedächtnispflege hin, die sich immer zwischen den Polen der möglichst genauen Überlieferung und der Erneuerung von Traditionen durch Interpretationen bewegt. Kristin Platt schreibt: »Nie waren jüdische Identifizierungen (Gesetz, Schrift, Überlieferung, Geschichtsverständnis) ein statisches Erbe; jüdische Tradition ist kein passiv von den jeweils vorhergehenden Generationen Geerbtes oder Vererbtes, kein über ein definiertes Codesystem festgeschriebenes unverrückbares Wissen, sondern […] eine Erbschaft, also eine generationale Übertragung, deren Sinn und Bedeutung jeweils erschlossen muß.«

In diesem Kontext macht Weinsteins Zusammendenken von jüdischer Geschichte und der Entstehung der Superhelden in den Dreißigern Sinn, das nicht nur die Bedrohung durch den Nationalsozialismus aufnimmt, sondern ebenso die Immigrationssituation in Amerika reflektiert. Mehr noch als die HeldInnen der Thora scheinen in den Superhelden der dreißiger und vierziger Jahre jedoch Elemente eines osteuropäischen kabbalistischen Mythos zu stecken. Der Golem, zum Schutz der ghettoisierten Jüdinnen und Juden Prags aus Lehm erschaffen – so zumindest die bekannteste Variante des Mythos – bietet als Vorlage viele Elemente, die auch den Superhelden eigen sind.

In verschiedenen Versionen des Mythos hat der Golem unterschiedliche Aufgaben, die jedoch alle auf den Schutz des jüdischen Volkes fokussiert sind. So heißt es beispielsweise in der bekanntesten Überlieferung, der Golem sei von Rabbi Löw geschaffen worden, um in der Zeit vor Pessach in Prag zu kontrollieren, dass niemand ein totes Kind im jüdischen Ghetto ablegt, um den Juden den Tod in die Schuhe zu schieben. »Er sieht die Bedrohung für das jüdische Volk in Blutbeschuldigung und Lügen – und potenziert die Nähe der Gefahr und die geistige Energie des Glaubens zu einem leibhaftigen Mittel der Gegenwehr«, schreibt Martin Keune über Rabbi Löw. In allen Varianten kann der Golem allerdings nur Befehle ausführen – im Gegensatz zu seinem Widergänger Superman – nicht jedoch sprechen oder Gefühle ausdrücken; zum Leben erweckt wird der Golem in der bekanntesten Version durch den hebräischen Schriftzug emeth, Wahrheit, auf der Stirn.

Zentral ist jedoch, was Gershom Scholem als die »schaffende Gewalt der Buchstaben« bezeichnet hat. Er schreibt: »Die Buchstaben des Alphabets, um wie viel mehr noch die des Gottesnamens oder gar die der ganzen Thora, die ja das Instrument Gottes bei der Schöpfung war, haben geheime, magische Gewalt.« Worte haben die Macht, die tote Materie zum Leben zu erwecken und aus dem Abbild eines Menschen aus Lehm eine, wenn auch nicht mit Gefühlen ausgestattete, Form von Leben zu schaffen.

In diesem Sinne kann man Superman und die ihm nachfolgenden SuperheldInnen als die äußerst einflussreiche Neuinterpretation dieses alten kabbalistischen Mythos im Kontext amerikanischer Popkultur auf der einen und der Bedrohung durch den Nationalsozialismus auf der anderen Seite lesen. Der Mythos von der Schaffung des Golem war immer auch ein schöpferischer, kreativer Akt, über den sich die Juden zum einen in ihre eigene Tradition einschrieben, der aber andererseits den jeweils aktuellen Zeitumständen angepasst wurde. Die ersten Golemmythen entstanden bereits im 12. Jahrhundert und wurden in den folgenden Jahrhunderten den jeweils neuen Bedrohungslagen, Gheottoisierungen etc. entsprechend aktualisiert, wie Gershom Scholem in seinem historischen Überblick über die Legende herausgearbeitet hat. Die Verknüpfung dieses Schöpferischen, das Vertrauen in die Gewalt der Worte, also die Macht der Kunst bzw. Kultur, mit den aktuellen Zeitumständen hat in den 1930er-Jahren ein neues Genre im Comic hervorgebracht, das ihn wie kaum ein anderes bis heute geprägt und definiert hat.

Zwar wurde der Krieg schließlich gewonnen, den Jüdinnen und Juden Europas jedoch hatten die SuperheldInnen nicht helfen können. In der Prager Legende war der Golem zum Schutz vor einem religiösen Antisemitismus eingesetzt worden – gegen die Anschuldigung des rituellen Kindesmordes, um das Blut für die Mazzen beim Pessach zu benutzen. Detlev Claussen beschreibt diese Form von Antijudaismus als in der Volkstradition verwurzelt, der deswegen von »der christlich organisierten Herrschaft funktionalisiert« werden kann. Mit dem modernen Antisemitismus können die SuperheldInnen nicht mehr mithalten, wenn er auch auf diese Wurzeln aufbaut, wie Adorno und Horkheimer herausgearbeitet haben: »Den Juden vorzuwerfen, sie seien verstockte Ungläubige, bringt keine Masse mehr in Bewegung. Schwerlich aber ist die religiöse Feindschaft, die für zweitausend Jahre zur Judenverfolgung antrieb, ganz erloschen. Eher bezeugt der Eifer, mit dem der Antisemitismus seine religiöse Tradition verleugnet, daß sie ihm insgeheim nicht weniger tief innewohnt als dem Glaubenseifer früher einmal die profane Idiosynkrasie.«

Und so waren die SuperheldInnen plötzlich mit ihrer eigenen Ohnmacht angesichts des Antisemitismus konfrontiert. Viele der SuperheldInnen litten nach 1945 an Identitätsstörungen, bei Superman, aber auch bei anderen Comicfiguren wie Batman und ganz stark bei den X-Men, wurde das Motiv der Überlebendenproblematik zentral, das Gefühl der Schuld, am Leben geblieben zu sein, während so viele andere starben. Magneto, einer der Mutanten in X-Men wird sogar explizit als KZ-Überlebender eingeführt.

Lange blieb es dann still um die Figur des Golem, bis sie in den letzten zwanzig Jahren in den Werken junger jüdischer KünstlerInnen plötzlich wieder eine Renaissance erlebte, allerdings weniger in einer transformierten Version wie die Superhelden, sondern vielmehr in seinem ursprünglichen Erscheinungsbild. Herausgegriffen werden sollen an dieser Stelle zwei sehr prägnante Beispiele: James Sturms The Golem's Mighty Swing  und Joann Sfars Die kleine Welt des Golem. <fn>Joann Sfar, Die kleine Welt des Golem. Berlin 2006. </fn>

The Golem's Mighty Swing ist im Amerika der zwanziger Jahre angesiedelt. Das jüdische Baseballteam The Stars of David hat mit alltäglichem Antisemitismus zu kämpfen, bis der deutsche Geschäftsmann Victor Paige das Management des Teams übernimmt und aus einem der Spieler, einem Afroamerikaner und dem einzigen Nichtjuden,   einen Golem kreiert. Der kann sie zwar nicht vor antisemitischen Anfeindungen schützen, jedoch zunächst so viele ZuschauerInnen ins Stadion lockt, dass die Mannschaft zumindest vom Spielen leben kann. Längerfristig jedoch flößt er den BewohnerInnen der amerikanischen Kleinstädte so viel Angst ein, dass es zu Ausschreitungen und schließlich, nach gewaltsamen Übergriffen des Publikums, zum Ende der Mannschaft kommt. Auch in diesem Comic geht es vordergründig um die Überführung des osteuropäischen Mythos in die amerikanische Popkultur des Baseball; eine Neuinterpretation der Kabbala im Angesicht des Antisemitismus, die allerdings scheitert. Zentraler ist jedoch das Thema der Aneignungen: Die Aneignung jüdischer Tradition durch einen deutschen Geschäftsmann. Stolz erzählt der Team-Manager Victor Paige über eine Theaterinszenierung des Golemstoffes in New York: »Meine Agentur hat das wirkliche im Film getragene Kostüm beschafft. Den ganzen Weg von Deutschland.«  Der Film, auf den er sich bezieht, ist die berühmte Verfilmung von 1920 unter dem Titel Der Golem und wie er in die Welt kam von Paul Wegener, der später interessanterweise Nazi-Propagandafilme drehen sollte. Er stellt nur einen Höhepunkt der langen Geschichte der Aneignung des Golemstoffes durch christliche Autoren dar. Die bekannteste Variante ist wohl der Roman Der Golem von Gustav Meyrink (1915). Während die christlichen Interpretationen des Golem im neunzehnten Jahrhundert, parallel zur Rücknahme der 1812 erhaltenen Bürgerrechte preußischer Juden und Jüdinnen, über die Golemfigur den Juden als das »Andere« inszenierten, wurde er im 20. Jahrhundert zu einer »Figur gespenstischer Erinnerung«, eine Entwicklung die Kathy S. Gelbin auf das Zusammenprallen von jüdischer Assimilation und wachsendem Antisemitismus zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zurückführt.

Wenn nun Sturm den Golem als Widergänger des Wegener'schen wieder aufgreift, setzt er sich auch mit dieser Rezeptionsgeschichte auseinander – der nicht-jüdischen Interpretation, die den Golem mehrheitlich gegen die Juden wandte, und die vom Golem ausgehende vermeintliche Bedrohung in den Mittelpunkt rückte. Ebenso stellt Sturm noch einmal den aussichtslosen Kampf des Golems gegen die Strukturen des Antisemitismus dar. Vor einem Spiel gegen die Mannschaft von Putnam, in dessen Anschluss es auch zu den Ausschreitungen kommt, schreibt die dortige Tageszeitung. »Diese dreckigen, dicklippigen, langnasigen sheenies; die stehen nicht für Amerika, nicht für Baseball, sondern nur für sich selbst. Sie werden das Geld aus dieser Stadt saugen und dann werden sie sie verlassen.« Dem Versuch der Assimilation über Baseball steht der strukturelle Antisemitismus entgegen, der den jüdischen Körper immer und gerade im Kontext Sport zu etwas Anderem und Minderwertigerem macht, wie Sander L. Gilman in seinem Buch Fat Boys herausgearbeitet hat: »Die Vorstellung des jüdischen Körpers im Baseball bedeutet, sich mit solchen stereotypischen Begriffen der verborgenen jüdischen Minderwertigkeit zu befassen.«

Der Franzose Joann Sfar thematisiert in fast allen seinen Comics jüdische Geschichte, Die Katze des Rabbiners war eine in Nordafrika angesiedelte philosophische Einführung in die Grundgedanken der Religion, Klezmer wandte sich ins Polen und Russland der Zarenzeit. In Sfars Comics fließt die Tradition jüdischer Kultur in Osteuropa ein, der Austausch dortiger KünstlerInnen mit der europäischen Avantgarde und ihr Einfluss auf die Kulturgeschichte, der durch die deutsche Vernichtungspolitik unterbrochen und zerstört wurde. Dieser Verlust ist immer Teil von Sfars Comic, wenn er auch nie explizit benannt wird. Im Nachwort zu Klezmer schreibt er: »Wenn ich heute Klezmer zeichne, dann zweifellos aus dem Grund, dass ich nach Auschwitz geboren wurde, und dass ich mit dieser beunruhigenden Vorstellung aufgewachsen bin: die humanistischen Ideale und die republikanischen Utopien sind jederzeit widerrufbar.« Der Golem spielt als Teil der ostjüdischen Geschichte immer wieder eine Rolle und hat mit Die kleine Welt des Golem auch ein eigenes Album erhalten. Er ist im Kosmos von Sfar jedoch nur eine Figur unter vielen Außenseitern: einem Dibbuk, einem Vampir, einem Rabbiner, der gleichzeitig ein Kung-Fu-Trainer ist. Von den anderen Charakteren wird er nicht ernst genommen, niemand weiß genau, was mit ihm anzufangen ist. Als Michel, ein jüdischer Junge vom Land, der in der Schule immer verprügelt wird, vorgeschlagen bekommt, den Golem zum Schutz mit in die Schule zu nehmen, sagt er: »Das geht nicht. Wir dürfen keine Riesen mit in die Schule nehmen.« Die Zeiten sind andere, bei Sfar ist der Golem ein unbedarfter, debiler, schweigender Riese, dessen Bedeutung für das Judentum nicht mehr offensichtlich ist. Als er sich auf den Kopf stellt, vermutet man: »Ich glaube, er will mir was zeigen. Vielleicht, dass die Welt schöner ist mit dem Arsch über dem Kopf.«   Es wirkt wie ein Herantasten an die Frage, was ein Geschöpf wie der Golem heutigen Juden noch zu geben in der Lage ist, ob er sich geschichtlich erledigt hat oder noch von Relevanz ist. Die Comics von Sfar sind dabei durchzogen von der Trauer darüber, dass die Welten, die er erschafft, nur hier und niemals mehr in der Realität vorhanden sind. Und in diesem Kontext ist auch das Auftauchen des Golem zu lesen: Er ist eine Besinnung auf jüdische Traditionen im Schatten von Auschwitz; der Versuch, sich auf Wurzeln zu beziehen, um zu zeigen, dass diese gekappt und nicht mehr ohne weiteres in die Gegenwart überführbar sind. Eine ähnlichen Tendenz hat Kathy S. Gelbin in ihrer Untersuchung des Golem in der Literatur der jüdischen Nachkriegsgeneration beschrieben, in deren Werken der Golem »als Zeichen der Zerstörung jüdischen Lebens und der Erinnerung an die Shoah […]« zurückkehrt.

 Im Falle der beiden Comics wird der Golem zu einem Symbol nicht nur für Dis-Kontinuität jüdischer Geschichte, sondern auch für die Kontinuität des Antisemitismus: bei Sturm in der expliziten Thematisierung, bei Sfar als im Subtext verhandelte Abwesenheit einer kontinuierlichen europäischen jüdischen Tradition. Der Versuch der Neukontextualisierung des Golem wird zum Kampf gegen die Entkontextualisierung von Auschwitz, in dem die jüdischen Comiczeichner relativ alleine dastehen. Daniel Levy und Nathan Sznaider schreiben: »Die Erinnerung an den Holocaust wird zu einer europäischen Erinnerung, die Europa dazu verhelfen kann, ein eigenes (wenn auch negatives) Wertesystem zu entwickeln. Der Preis, der dafür gezahlt wird, ist die Entkontextualisierung der Geschichte.« Mussten die Superhelden sich gegen den modernen Antisemitismus geschlagen geben, so ist der Golem im Kampf gegen diese Entkontextualisierung eine gescheiterte Figur.


~Von Jonas Engelmann. Der Autor promoviert in Mainz zu selbstreflexiven Comics. Er ist u.a. Redakteur des Magazins testcard – Beiträge zur Popgeschichte.

Fußnoten

  1. Zit. nach: Danny Fingeroth, Disguised as Clark Kent. Jews, Comics, and the Creation of the Superhero. London/New York 2007, 41.
  2. Neben Joe Shuster und Jerry Siegel hatten auch die Batman-Erfinder Bob Kane und Bill Finger, Will Eisner und sein Assistent Jules Feiffer (The Spirit), Joe Simon (Captain America) und Stan Lee und Jack Kirby (The Fantastic Four, Spiderman, Hulk, X-Men) einen jüdischen Hintergrund.
  3. Simcha Weinstein, Up, Up, and Oy Vey! How Jewish History, Culture, and Values Shaped the Comic Book Superhero. Baltimore 2006, 15.
  4. Ebd., 16.
  5. Peter Waldmann, Die jüdischen Punks, die Kabbalisten des Rock, in: Steven Lee Beeber, Die Heebie-Jeebies im CBGB's. Die jüdischen Wurzeln des Punk. Mainz 2008, 11.
  6. Kristin Platt, Über »fremde« und »eigene« Zeichen. Die Verneinung des Authentischen nach der Shoah, in: Hans Günter Golinski/Sepp Hiekisch-Picard (Hrsg.), Das Recht des Bildes. Jüdische Perspektiven in der modernen Kunst. Heidelberg 2003, 246.
  7. Die Figur des Golem spielt zwar erst in der kabbalistischen Tradition eine Rolle, der Begriff jedoch taucht bereits in Psalm 139:16 auf, wo er eine »formlose Masse« bezeichnet. Vgl. Gershom Scholem: Zur Kabbala und ihrer Symbolik. Frankfurt a.M. 1973, 212.
  8. Martin Keune, Nachwort, in: Golem. Texte von Gustav Meyrink, Chaim Bloch, Egon Erwin Kisch. Gezeichnet von Dino Battaglia. Berlin 1991, 54.
  9. Vgl. Gershom Scholem, Der Golem von Prag und der Golem von Rehovot, in dsb.: Judaica 2. Frankfurt a. M. 1970, 77. In einer der aktuellsten Bearbeitungen des Golem-Stoffes bekommt der Golem hingegen nicht nur eine Stimme, sondern auch eine Frau aus Knete zur Seite gestellt. Vgl. die Simpsons-Episode »You Gotta Know When To Golem« in der Folge »Treehouse of Horror XVII«.
  10. Anderswo wird er durch einen beschrifteten Zettel, der ihm in den Mund gelegt wird, zum Leben erweckt.
  11. Scholem, Zur Kabbala, 220.
  12. Ebd., 219.
  13. Scholem, Zur Kabbala 209–259.
  14. Detlev Claussen, Vom Judenhass zum Antisemitismus. Materialien einer verleugneten Geschichte. Darmstadt/Neuwied 1987, 19.
  15. Max Horkheimer/Theodor W. Adorno, Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Frankfurt a.M. 1988, 185.
  16. Der Ausgangspunkt der Superheldenidentität ist bei Superman wie auch bei Batman in der Traumatisierung durch den Überlebendenstatus bereits angelegt: Während Superman seinen gesamten Heimatplaneten Krypton als einziger Überlebender verloren hat, schwört Bruce Wayne (Batman) das Verbrechen zu bekämpfen, als seine Eltern vor seinen Augen ermordet werden.
  17. Der Schöpfer der X-Men, Jack Kirby, war als Befreier in Deutschland und verarbeitete seine Erfahrungen nach der Befreiung eines KZ in seinen Nachkriegscomics, Fingeroth, 114.
  18. Siehe z.B. Ruben Pellejero/Jorge Zentner, Le Silence de Malka. Paris 1996, David B., L'Ascension du Haut Mal. Paris L'Association 1996–2003, Eli Eshed/Uri Fink: Hagolem, Sipuro shel comics Israeli [The Golem: The Story of an Israeli Comic]. Ben Shemen 2003.
  19. James Sturm, The Golem's Mighty Swing. Montreal 2001.
  20. Joann Sfar, Die kleine Welt des Golem. Berlin 2006.
  21. Vgl. Laurence Roth, Contemporary American Jewish Comic Books. Abject Pasts, Heroic Futures, in: Samantha Baskind/Ranen Omer-Sherman (Hrsg.), The Jewish Graphic Novel. Critical Approaches. New Brunswick 2008, 13.
  22. Sturm, Golem, 29.
  23. Kathy S. Gelbin, Das Monster kehrt zurück. Golemfiguren bei Autoren der jüdischen Nachkriegsgeneration, in: Eva Kormann/Anke Gilleir/Angelika Schlimmer (Hrsg.), Textmaschinenkörper: Genderorientierte Lektüren des Androiden. Amsterdam 2006, 146.
  24. Sturm, Golem, 51.
  25. Sander L. Gilman, Fat Boys. Lincoln 2004, 211.
  26. Joann Sfar, Klezmer. Berlin 2008, ohne Seite.
  27. Joann Sfar, Desmodus. Der Vampir macht Kung Fu. Berlin 2006, 5.
  28. Sfar: Golem, ohne Seite.
  29. Gelbin, Monster, 147.
  30. ) Daniel Levy/Nathan Sznaider. Vom Holocaust zur kosmopolitischen Erinnerungskultur, in: Ulrich Beck (Hrsg.), Generation Global. Ein Crashkurs. Frankfurt a.M. 2007, 190.