Schleichwege aus dem Dickicht der Politik

Über Ökologie und Krisenkritik

Linke lieben eine ordentliche Krise. Ein alter Witz bringt das auf den Punkt: »Von den letzten vier Krisen haben Marxisten ganze 13 erfolgreich vorhergesagt.« Es vermag daher kaum zu überraschen, dass die miteinander verschwisterten ökologischen und ökonomischen Krisen der Gegenwart ein Wiederaufleben verschiedener Formen von Krisenkritik mit sich gebracht haben. Dieser Form der Kritik liegt die Annahme zugrunde, dass die Logik des bestehenden Systems immanente Widersprüche produziert, die sich wiederum – je nach bevorzugter Metaphorik zur Bebilderung des Sozialen – als Krisen, Zusammenbrüche oder Pathologien artikulieren.   Sie wird häufig um ein weiteres Argument ergänzt. So wird implizit, oder sogar ganz explizit, davon ausgegangen, dass die Krise eine Reaktion des politischen Gemeinwesens provoziere. Meistens kommt das in der Vorstellung zum Ausdruck, dass sich in Form von sozialen Bewegungen »Antikörper« bilden, die den wie auch immer bestimmten destruktiven Krisentendenzen den Kampf ansagen. Die dafür paradigmatische Formulierung findet sich im Kommunistischen Manifest von Marx und Engels: »Mit der Entwicklung der großen Industrie wird also unter den Füßen der Bourgeoisie die Grundlage selbst weggezogen, worauf sie produziert und die Produkte sich aneignet. Sie produziert vor allem ihren eigenen Totengräber.«

 

Als eine Schablone der Kritik nahm diese Argumentation mit der Zeit immer neue Formen an. Sie findet sich in Karl Polanyis Theorie der »doppelten Bewegung« wieder, der zufolge eine zunehmende Marktorientierung zugleich soziale Bewegungen mit protektionistischem Programm entstehen lässt. Bei Jürgen Habermas grundiert sie die These der vom ökonomischen System ausgehenden »Kolonialisierung der Lebenswelt«, deren Dynamik auch neue soziale Bewegungen hervorbringe, die sich der Verteidigung der Lebenswelt verschrieben. Gegenwärtig bietet Nancy Frazer eine auf Polanyis Theorie zurückgreifende Version an: »Versuche, eine durch und durch warenförmige ›Marktgesellschaft‹ zu etablieren, lösen mit Notwendigkeit Krisen aus. Weil sie die Natur, den Finanzsektor und die Sphäre der sozialen Reproduktion destabilisieren, sind solche Versuche dazu verdammt, sowohl die konstitutiven Elemente des sozialen Lebens als auch die Voraussetzungen der Warenproduktion und des Äquivalententauschs zu untergraben. Sie sind außerdem dazu verdammt, Widerstand zu provozieren.«

Aber sind sie das wirklich? Obwohl mechanistische Spielarten des Marxismus schon lange als passé gelten, haben sie in Form von Theorien mit ähnlichen Argumentationsmustern ein unerwartetes Comeback erfahren. Sowohl die gegenwärtige ökonomische Krise als auch die Durchsetzung des ökologischen Diskurses haben dazu beigetragen. Ökologie ist im Kern ein politisches Programm der Grenzziehungen, das eine wissenschaftlich bestimmbare, objektive, und natürliche Begrenzung menschlicher Aktivitäten postuliert. Wenn diese Grenzen überschritten würden, werde das zur Erhaltung menschlichen Lebens notwendige biologische System unterhöhlt.

Es ist also zu einer Verschmelzung von Traditionsbeständen der Krisenkritik, zu denen auch der Marxismus zählt, mit Ökologie im Allgemeinen und der Thematisierung des Klimawandels im Besonderen gekommen. Die beiden letzteren konnten immer mehr Raum im linken Diskurs einnehmen. In zahlreichen Fällen hat sich besagte Verbindung als eine unglückliche Ehe entpuppt, die an sich schon problematische objektivistische Tendenzen nur noch verstärkt hat. Das gilt besonders dann, wenn Maßstäbe für politisches Handeln, wenn nicht gar aus vermeintlich objektiven Gesetzen der Natur oder der Gesellschaft umstandslos abgeleitet, so doch zumindest unter Berufung auf sie etabliert werden. Der vorliegende Text möchte die solchen Ansätzen zugrunde liegenden Voraussetzungen und Annahmen bezüglich des Wesens der Krise und der Reaktionen auf sie hinterfragen. Es soll gezeigt werden, welche Konsequenzen diese Ansätze für die gegenwärtigen Möglichkeiten emanzipatorischer Politik zeitigen, und welche Grenzen sie ihnen setzen.

Ökologische Krisen- und Kapitalismuskritik

Warum aber wird ausgerechnet auf die Tradition der Krisenkritik zurückgegriffen? Sie gewinnt ihre Attraktivität nicht zuletzt aus dem Umstand, dass sie die kontroversen Fragen nach der normativen Fundierung von Kritik und nach dem richtigen politischen Handeln aushebelt; an ihre Stelle setzt sie einen objektivistischen und funktionalistischen Rahmen für Kritik. Anstatt mit Argumenten hantieren zu müssen, die auf einer moralischen Verurteilung des Kapitalismus basieren, muss man nun einfach nur zeigen, dass er schlicht nicht funktioniert – nicht einmal, wenn man ihn nach seinen eigenen Vorgaben und Kriterien beurteilt Solche Qualitäten werden einer Kritik gewöhnlich als Stärke ausgelegt, wie es z. B. die Öko-Marxistin Birgit Mahnkopf für ihre eigene Version einer Verschmelzung von Marxismus mit Ökologie reklamiert. Doch bestehen entsprechende Synthesen häufig darin, dass Ökonomismus und Ökologie einfach miteinander verschweißt werden, in der Hoffnung, damit eine objektive und generalisierbare Dynamik zu rekonstruieren, die sich dem Blick auf die Geschichte selbst nicht unmittelbar zeigen will. Beide Formen von Krisenkritik weisen noch Spuren einer überkommen geglaubten »Verelendungstheorie« auf: In der einen, ökonomistischen Variante wird davon ausgegangen, dass die Arbeiter_innen solange von den objektiven Gesetzen des Kapitalismus aufgerieben werden, bis ihnen gar nichts anderes mehr übrig bleibt, als sich zu erheben und das System umzuwerfen. Die andere, ökologische Variante besagt, dass das »Raumschiff Erde« vom unersättlichen Kapitalismus in einem Maße geschunden wird, dass die Menschheit schließlich vor der unausweichlichen Alternative steht, sich zu ändern oder mit ihm unterzugehen.

Historisch lässt sich beobachten, dass in Zeiten politischer Grabesruhe strukturalistische, objektivistische und funktionalistische Tendenzen in der Theoriebildung für Linke besonders attraktiv werden, denn sie blenden das Problem mangelnder politischer Gestaltungs- und Handlungsfähigkeit aus. Im Windschatten der politischen Demobilisierung und anschließenden Rückkehr zum Normalbetrieb post-68 erlebten objektivistische Ansätze des Marxismus ihren Aufstieg. Zu nennen wäre z. B. der Strukturalismus von Louis Althusser oder krudere Formen, wie sie von den immer tiefer in Isolation versinkenden, sektiererischen K-Gruppen kultiviert wurden. Solche Ausweichmanöver ermöglichten es der radikalen Linken, ihren Marxismus über eine Zeit hinwegzuretten, in der die Arbeiterklasse einfach kein Interesse daran zu haben schien.

Die ökologische Variante der Krisenkritik hat sich, vor allem in Nordamerika, in eine ähnliche Richtung entwickelt. Die ersten Feierlichkeiten zum Earth Day in den USA gingen 1970 auf die Initiative eines Senators zurück, der unter dem Einfluss der letzten Ausläufer der amerikanischen Neuen Linken stand. Wie die meisten linken Umtriebe der Zeit verschwand der Earth Day anschließend für 20 Jahre aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit, um 1990 sein internationales Comeback zu feiern, gerade rechtzeitig, um das politische Vakuum auszufüllen, das der Untergang des Staatssozialismus im Jahr 1989 hinterlassen hatte. In den neunziger Jahren vermochte die Ökologie das politische Bewusstsein der ganzen Welt einzunehmen, und drang auch immer weiter ins Herz der nordamerikanischen radikalen Linken vor. Dezidiert ökologische Bewegungen wie Earth First! rückten innerhalb dieses Jahrzehnts von den Rändern ins Zentrum linker Politik. Begünstigt wurde das von einer attraktiven Verknüpfung von militantem Aktivismus mit einer explizit revolutionären Weltanschauung. In einer Zeit, die im wesentlichen von partikularistischer Identitätspolitik, der Solidarität mit den »Subalternen« anderer Länder und dem Rückzug in den akademischen Betrieb bestimmt war, blieb eine sich radikal gebende Ökologie tatsächlich eine der wenigen Strömungen, die eine allgemeine, auf das System als Ganzes gerichtete Kritik ebenso beibehielt wie die Forderung nach an einer umfassenden sozialen Umwälzung. Als in der Folge der Demonstrationen gegen die World Trade Organization 1999 in Seattle die nächste Welle von linksradikalem Aktivismus anschwoll, zeigte sich bald, dass das, was später als »Antiglobalisierungsbewegung« firmieren sollte, von Aktivist_innen dominiert wurde, die in der radikalen Ökologiebewegung politisiert worden waren. Die Köpfe der neuen Bewegung, organisiert in den wichtigsten Gruppen wie dem Direct Action Network, der Ruckus Society oder dem berüchtigten Schwarzen Block der »Eugene Anarchists« in Seattle, waren zum großen Teil Veteranen und Veteraninnen von Earth First! oder ähnlichen Bewegungen. Ihr Fokus lag auf ökologischen Kämpfen im Allgemeinen sowie auf militanten Kampagnen zum Schutz »unberührter« Natur im Besonderen. In den letzten 30 Jahren wurden in den USA sowohl die traditionellen als auch die auf die Neue Linke zurückgehenden, marxistischen Kapitalismuskritiken also in zunehmendem Maße durch Kritikformen ersetzt, die sich in erster Linie auf Ökologie beriefen. Das galt vor allem für die aktivistische Linke.

Dieser neue Kritikmodus nahm verschiedenste Gestalten an: von einem technikfeindlichen Primitivismus über den tiefenökologischen Fokus auf anthropozentrische »Hybris« bis zur weitverbreiteten Konsumkritik, wie sie prototypisch von Naomi Kleins No Logo formuliert wurde. Trotz ihrer politischen Differenzen stimmten die Splittergruppen der nordamerikanischen Linken der post-Seattle Ära in einem Punkt miteinander überein. Sie alle teilten eine funktionalistische Kritik an habgierigen Konzernen, deren Profitstreben den Planeten und mit ihm die Menschheit zu zerstören drohe.

Dabei waren die Neunziger ein Jahrzehnt der ausgeglichenen Haushalte und eines beispiellosen ökonomischen Wachstums, das vom Aufstieg des Internets und den damit verbundenen Spekulationsblasen wie dem dotcom-Boom angetrieben wurde. Die zu dieser Zeit im relativ wohlhabenden Westen erfahrene Entfremdung inspirierte eine lebhafte Subkultur, die wiederbelebte, was Luc Boltanski und Eve Chiapello als »Künstlerkritik« bezeichnen. Zugleich wurde jegliche sich gegen kapitalistische Ausbeutungsverhältnisse richtende »Sozialkritik« zusammen mit den Arbeitsplätzen der Fertigungsindustrie outgesourct und in den globalen Süden exportiert. Sie schien nur noch für diejenigen wirkliche Relevanz zu besitzen, die in Sweatshops schuften mussten oder staatlichen Strukturanpassungsmaßnahmen unterworfen waren.

Im Zeichen solcher ökologischer Kapitalismuskritik, die zum funktionalistischen Paradigma der linken Alter-Globalisierungsbewegung geworden war, machten sich nur wenige Linke die Mühe zu fragen, ob Akkumulierung mit Notwendigkeit eine Form von Wachstum mit verheerenden Folgen für das Ökosystem nach sich zieht. Heute muss die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass sich der Kapitalismus auf eine Weise weiterentwickelt, die nicht automatisch mit Umweltzerstörung einhergeht. Tatsächlich lässt sich ein solcher Trend bereits vielfach beobachten. Wir werden heute Zeuge 1. einer regelrechten Explosion ökologischer Innovationen auf dem Gebiet der Technologie, die auch den von Präsident Obama initiierten und als Antwort auf die Krise konzipierten Green New Deal vorantrieben, der allerdings recht kurzlebig bleiben sollte; 2. einer ökonomischen Dominanz einzelner Sparten der Dienstleistungsbranche, vor allem des Finanzsektors, des Versicherungswesens und des Immobiliengeschäfts, die zur Aufwertung von hochgradig abstrakten und völlig immateriellen Finanzprodukten und Finanzdienstleistungen wie Derivaten oder besicherten Schuldverschreibungen führt; 3. der Umstellung von fordistischer Massenproduktion auf in hohem Maße auf die Wünsche der Kunden zugeschnittene, flexibilisierte, nachfrageorientierte und »Just-in-time«-Produktion; 4. des spektakulären Wachstums von weniger ressourcenintensiven Sektoren, wie der Informationsbranche oder der Emotions- und Erlebnisindustrie; 5. der wachsenden volkswirtschaftlichen Bedeutung von Mieteinkünften und Immobilienspekulation; 6. der Suche nach lokalen Brennstoffalternativen als Antwort auf sprunghaft ansteigende Benzinpreise und 7. der von Kapitalflucht erzwungenen De-Industrialisierung, die z.B. Teile der Stadt Detroit geradezu in Wildnis zurückverwandelt und ihre Einwohner auf subsistenzwirtschaftliche Lebensformen zurückgeworfen hat.

Marx hatte die dem Kapitalismus zugrunde liegende Logik als den abstrakten Drang zu unendlicher Akkumulation begriffen, der von jeglichen menschlichen Bedürfnissen absehe und sich verselbstständigt habe. Nancy Fraser geht davon aus, dass der Kapitalismus mit dem epochalen Bedeutungsgewinn des Finanzsektors in eine neue Phase eintritt, in der das Kapital so weit als möglich versucht, sich aus dem »riskanten Geschäft der Produktion« zurückzuziehen, um sich stattdessen entsubstantialisierten Formen »reiner« abstrakter Akkumulation zuzuwenden, die von jeglichen materiellen Fesseln befreit scheinen. Das ist natürlich als ein partieller und uneinheitlicher Prozess zu verstehen, denn die materielle Produktion wird, nachdem sie outgesourct wurde, andernorts weiterbetrieben. Zumindest zum Teil erklärt das den Aufstieg der sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). Allerdings erinnern uns Denker wie David Harvey, Manning Marable und Mike Davis immer wieder daran, dass der Kapitalismus nie einfach einer einheitlichen Logik der universellen Kommodifizierung und Ausbeutung gefolgt ist. Vielmehr beruht er auch auf der systematischen Exklusion und Unterentwicklung bestimmter Gruppen und Gegenden, z. B. von fast ganz Afrika oder heute auch von großen Teilen des amerikanischen Mittleren Westens. Die partielle und uneinheitliche Entwicklung des Kapitalismus konfrontiert quasi-funktionalistische Narrative mit Problemen. Denn unabhängig von realen Tendenzen gehen sie stets von einem mechanistischen, zielgerichteten Fortschreiten der ökologischen und sozialen Verheerungen aus. Dieses muss letztlich sowohl die Krise auslösen als auch seine eigenen Totengräber hervorbringen. Doch selbst wenn sie keine solchen Konsequenzen postuliert, ergeben sich grundlegende Probleme aus einer Kapitalismuskritik, die sich am Diskurs objektivistisch oder funktionalistisch bestimmter Grenzen orientiert.

Der beschränkte Horizont des Grenzdenkens:?Krisenkritik und Funktionalismus

Gegenwärtig würde die Aussage, dass die Bezugnahme auf objektive Grenzen eine wichtige Rolle für Kapitalismuskritik spielt, sicher auf weitreichende Zustimmung treffen. So hält etwa Birgit Mahnkopf fest: »Auf die Selbstheilungskräfte eines sich selbst immer wieder transformierenden Kapitalismus, der alle Kritik absorbiert, kann, je näher wir den Kipppunkten von ökologischen Systemen und dem Peak Everything kommen, nicht mehr gesetzt werden. Stattdessen müsste die biophysische Endlichkeit von Ressourcen und Senken als notwendiger Ausgangspunkt einer gegenwartstauglichen Kritik erkannt werden. […] Weil auch die Gesetze der Kapitalakkumulation die ›Natur der Natur‹ nicht überlisten können, lässt sich eine diese Grenzen beachtende Wachstumskritik nur als fundamentale Kritik des Kapitalismus selbst denken.«

James O’Connor, auch ein Öko-Marxist, geht davon aus, dass letztlich zwei Widersprüche zum Untergang des Kapitalismus führen werden: Zum einen werde eine Überproduktionskrise wirtschaftliche Stagnation nach sich ziehen und daher mit Aufständen von Arbeiter_innen einhergehen; zum anderen werde eine von der Erschöpfung natürlicher Ressourcen bedingte Unterproduktionskrise ihrerseits ökologisch motivierte Kämpfe auslösen. O’Connor meint im Sinne einer allen Formen von Krisenkritik gemeinsamen Auffassung, dass der Kapitalismus unfähig sei, »die materiellen und sozialen Voraussetzungen der ihm eigenen Produktionsweise über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten.« Nancy Fraser argumentiert ganz ähnlich, wenn sie unterstreicht, dass die kapitalistische Hyper-Kommodifizierung »sowohl die Substanz unserer Gesellschaft als auch die notwendigen Voraussetzungen des kapitalistischen Wirtschaftssystems« angreife. »Das wird«, so Fraser weiter, »zwangsläufig in eine soziale Krise einerseits und in eine ökonomische Krise andererseits führen.«

Doch selbst wenn man davon ausgeht, dass die hier unterstellten wissenschaftlichen Hypothesen empirisch verifizierbar sind, wirft solche auf objektive Grenzen fixierte Kritik mindestens soviele Fragen auf, wie sie Antworten gibt. Wie können diese Grenzen definiert werden? Wie lässt sich feststellen, wann sie erreicht werden? Und – das ist vielleicht die wichtigste Frage – selbst wenn man je an sie stößt, was soll’s?

Die üblichen Antworten erinnern nur allzu oft an die Rechtsnorm, die der Richter des Supreme Courts, des Obersten Gerichtshofs der USA, Potter Stewart mit seiner Grundsatzentscheidung in einem Fall von Pornographie geschaffen hat. Als man ihn nach dem Unterschied zwischen Erotik und Pornographie fragte, lautete seine Antwort: »Ich erkenne ihn, wenn ich ihn vor mir habe.« Tatsächlich lassen sich soziale und ökologische Grenzen jedoch gerade nicht so leicht bestimmen. Das gilt umso mehr innerhalb eines ökonomischen Systems, das von einer Dynamik kreativer Zerstörung angetrieben wird und eine regelmäßige Konjunktur von Auf- und Abschwung-Phasen kennt. Indem Krisenkritiken ein isoliertes Moment des Zusammenbruchs oder Versagens identifizieren, stellen sie den Kapitalismus als weitaus gesetzmäßiger, aber auch als zerbrechlicher dar, als er tatsächlich ist. Sie übersehen dabei, dass der Kapitalismus immer schon politischer Interventionen im großen Maßstab bedurfte, um seine Existenzbedingungen zu schaffen und aufrechtzuerhalten; er hat sich zudem in dieser Hinsicht als äußerst flexibel und innovativ erwiesen. Als Beispiel hierfür kann die letzte große Wirtschaftskrise dienen, die sich in den späten zwanziger und frühen dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts einstellte. Die damaligen Krisenlösungsstrategien nahmen mit dem New Deal in den USA und dem Faschismus in Europa bis dato unvorstellbare politische Formen an. Beide behoben einzelne Mängel des Kapitalismus, während sie ihn als Ganzen letzten Endes unangetastet ließen. Allerdings vermochten allein die massive kreative Zerstörung des Zweiten Weltkriegs und der ihm folgende Wiederaufbau schließlich den Kapitalismus zu stabilisieren und die langewährende Prosperität der Nachkriegszeit einzuläuten. Mit Blick darauf votieren viele Konservative während der gegenwärtigen Krise in den USA dafür, Banken und Konzerne wie General Motors, die traditionell als »zu groß, um scheitern zu können« galten, eingehen zu lassen – so, wie es sich für eine echte Marktwirtschaft eben gehört. Ihre Rettung durch die US-Bundesregierung ist Resultat einer politischen Entscheidung und keiner, die etwa dem Gesetz objektiver Notwendigkeit folgen würde. Aus der Geschichte lässt sich lernen, dass der Kapitalismus durchaus widerstandsfähig genug ist, um Krisen unbeschadet überstehen zu können. Anstatt zu behaupten, dass er am Rande des Abgrundes stünde, wäre es an der Zeit anzuerkennen, dass Krisen integraler Bestandteil seiner Entwicklungsdynamik sind.

Ein ähnlich gelagertes diagnostisches Problem betrifft die subjektive Seite der mit der Krise einhergehenden sozialen Verwerfungen. Die Auswirkungen der sozialen und der ökologischen Krise treffen niemals alle mit gleicher Härte. Vielmehr sorgen durch Klasseverhältnisse, ethnische Differenzen, Geschlechtszugehörigkeit und Geographie bestimmte, diffuse Machtpositionen für ein Ungleichgewicht in ihrer Verteilung. Krisen haben also nicht per se allgemeinen Charakter, sondern sind oft partikularer Natur. Daher kann, was für manche eine Krise konstituiert, für andere ein bloßes Ärgernis, gar eine Chance sein; oder vielleicht überhaupt keine Rolle spielen. Anstatt auf den Königsweg zur Überwindung des Kapitalismus zu weisen, führen die partikularen und fragmentierten Auswirkungen der Krise letztlich zurück in das Reich politischer Forderungen und Mobilisierungsstrategien. Es gibt folglich keine Schleichwege aus dem Dickicht der Politik. Die Diagnose einer Krise ist niemals einfach nur Ausfluss objektiver Tatsachen, sondern immer auch Resultat von Interpretationen und politischen Kämpfen. Soziale und selbst ökologische Krisen sind keine Phänomene, die ganz selbstverständlich »da draußen« existieren. Vielmehr müssen sie in ihrem diskursiven und politischen Kontext betrachtet und gegebenenfalls auch in Frage gestellt werden. Es gilt, erst einmal sicherzustellen, dass eine Krise überhaupt stattfindet. Erst wenn dies geschehen ist, kann erklärt werden, wie sie begonnen hat, und diskutiert werden, wie ihr zu begegnen wäre.

Außerdem sind die von der doppelten Krisendiagnostik postulierten Grenzen bereits von der Realität eingeholt worden. Statt zu seiner Überwindung hat das allerdings zu einem neuen Höhenflug des Neoliberalismus geführt. Die meisten Formen von Krisenkritik gehen von einem impliziten oder expliziten Automatismus aus: Wenn Systemimperative eine Krise verursachen, dann ruft das wiederum eine soziale Reaktion hervor. Dagegen weiß die These, dass der gegenwärtige funktionale Zusammenbruch stattdessen einen »Zombie-Neoliberalismus« hervorgebracht hat, mehr zu überzeugen. Demnach ist das System zwar kollabiert und hat in großem Maße an Glaubwürdigkeit verloren, schleppt sich aber trotzdem weiter voran – »dead but dominant« (dt. »tot aber total«).

 

Nancy Fraser arbeitet gegenwärtig an einer Aktualisierung von Polanyis Theorie der »doppelten Bewegung«. Diese geht davon aus, dass die Ausdehnung »entfesselter Märkte« auf tief in der Gesellschaft verankerte soziale Errungenschaften übergreift und damit zugleich eine neue, für soziale Sicherungssysteme streitende Bewegung gebiert. So hält Fraser fest, dass eine entfesselte Kommodifizierung »zugleich Widerstand provoziert und Bewegungen ins Leben ruft, die sowohl die Natur als auch menschliche Lebenswelten vor den Verheerungen des Marktes schützen wollen.« Zwar haben sich tatsächlich versprengte Widerstandsbewegungen wie die Spanischen indignados, Occupy Wall Street oder die Unruhen in Griechenland herausgebildet, doch war keine von ihnen bisher dazu in der Lage, den Neoliberalismus ernsthaft herauszufordern. Statt der Abschaffung oder auch nur einer langfristigen Einhegung von neoliberalem Kapital, erleben wir die fortlaufende Unterwerfung demokratischer Institutionen unter die Imperative des Marktes. Vielleicht hat der Staat nie zuvor so sehr Lenins prägnanter Charakterisierung als »Exekutivkomitee der Bourgeoisie« entsprochen wie in Zeiten des Spardiktats der Troika in Europa sowie von Haushaltssperren, Fiskalklippen und ganzen Städten, die unter »politische Insolvenzverwaltung« gestellt werden in den Vereinigten Staaten.

Selbst die Grenze mit der scheinbar objektivsten Wirkmacht – die Natur – lässt keine Anzeichen dazu erkennen, dass sie dem Kapitalismus zum Sturz verhelfen könnte. Einer vertrauensseligen wissenschaftlichen Sprache, die vom »sozio-ökonomischen Metabolismus«, von »Bio-Ökonomie« oder »Thermodynamiken« redet, zum Trotz entzieht sich der eigentliche »Umkehrpunkt«, der das Einsetzen einer Krise bezeichnen soll, weiterhin seiner Erfassung. Obwohl Ökologen seit 40 Jahren vor dem drohenden ökologischen Kollaps warnen, ist er weder eingetreten, noch hat diese Warnung eine politische Mobilisierung im Sinne der radikalen Linken nach sich gezogen. Ganz im Gegenteil hat der Kapitalismus von einem in seiner Vielfältigkeit überwältigenden Spektrum von grünen Produkten, neuen Märkten wie dem Abgashandel, billigen freigesetzten Arbeitskräften und anderen innovativen Weisen der Bereicherung im Katastrophenkapitalismus profitiert. Selbst wenn sich natürliche Grenzen einmal bemerkbar machen sollten, dann könnten sich Eliten ebenso einfach und erfolgreich gegen ökologische Probleme abschotten, wie sie das bisher gegenüber den sozialen getan haben. Der US-amerikanische Politikwissenschaftler und Publizist Alex Gourevitch hat außerdem darauf hingewiesen, dass das »Grenzen«-Szenario leicht in reaktionäre Fahrwasser geraten kann. Das lässt sich anhand zahlreicher historischer Beispiele belegen, die nicht gerade ermutigend wirken: Sie reichen von den rassistischen Anti-Immigrations-Positionen, die Earth First! in den neunziger Jahren vertreten hat, über den Untergang von New Orleans nach dem Hurrikan »Katrina« und den Gewaltausbrüchen in den Slums von Sao Paulo in Brasilien bis zu Chinas repressiver Bevölkerungspolitik. Mindestens seit den siebziger Jahren hat das zunehmend dystopisch gestimmte Science Fiction Genre vor allem eine mögliche Zukunft in lebhaften Bildern entworfen – sie ist von einem Zustand der Güterknappheit und eines Hobbes’schen Krieges Aller gegen Alle gezeichnet, der mehr an Mad Max als an Marx gemahnt.

Der drohende ökologische Kollaps und die Bemühungen, ihn zu verhindern, haben sogar neue Wachstums- und Profitchancen eröffnet, die in der marktkonformen Verwandlung ökologischer Probleme liegen. Sie materialisiert sich in Kohlenstoffzertifikaten, anderem Emissionsrechtehandel, Katastrophenschutz-Dienstleistungen sowie dem Investieren und Spekulieren auf Gebieten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Klimawandel betroffen sein werden. Die Betonung von »planetaren Schranken« und »ökologischen Grenzen« lässt sich außerdem nur allzu leicht in die Forderung nach der Anerkennung von Konsum-Obergrenzen übersetzen. Doch werden nicht zugleich die entsprechenden Unter-Grenzen thematisiert, dann verschaffen entsprechende Forderungen einem grünen Spardiktat ethische Legitimation und begründen eine erneute gefährliche Liebschaft sozialer Bewegungen mit dem Neoliberalismus. Es vermag kaum zu überraschen, dass Postwachstums-Ideologien zum ersten Mal in den sechziger und dann erneut in den neunziger Jahren auftraten, also immer in Zeiten großen materiellen Wohlstands. Das legt die Vermutung nahe, dass das Überwinden von Güterknappheit eine Voraussetzung dafür ist, dass sich solche Positionen überhaupt herausbilden können.

Die Ausnahme, die zur Regel wird

Meine These ist, dass die Sprache der Krise zu viel ihrer kritischen Energie von der Ausnahme bezieht – der Möglichkeit eines völligen ökologischen oder sozialen Zusammenbruchs –, während Kritik doch auch die Regel problematisieren müsste – also den Normalbetrieb des Kapitalismus im Hier und Jetzt. Selbst wenn Krisen-Theorien die Ausnahme als Resultat ihr zugrunde liegender Regeln betrachten, erwecken sie noch den Anschein, dass die in die DNA des Kapitalismus eingeschriebene, alltägliche Ausbeutung und Entfremdung dem irgendwie schicksalhaften Moment von Krise und Kollaps nachgeordnet ist. Daher hängt Krisenkritik so fest an funktionalistischen Metaphern, die Zusammenbrüche, einen Abschied von der Normalität oder Pathologien implizieren. Solche Formen immanenter Kritik können sehr effektiv sein, schränken allerdings zugleich unser Verständnis sozialer Probleme ein, indem sie den Kapitalismus vor allem an seinen eigenen Maßstäben messen. Damit bleibt es den Eliten überlassen zu definieren, was eine »Krise« konstituiert. Das ließ sich im Jahr 2008 beobachten, als plötzlich bis dato verschont gebliebene Banken von eben der permanenten Krise erfasst wurden, die der Neoliberalismus schon seit Jahrzehnten für die arbeitende Bevölkerung bedeutete – in Form stagnierender Löhne, erdrückender Schuldenberge, prekärer Arbeitsverhältnisse oder Arbeitslosigkeit.

Häufig orientieren sich quasi-funktionalistische Kritikstrategien an einer formalen Regelhaftigkeit oder den Bewegungsgesetzen des Kapitalismus und unterschätzen seine Anpassungsfähigkeit und sein Durchhaltvermögen. Daher musste Krisenkritik immer neu aktualisiert werden, was sich an den Versuchen von Marx, Polanyi, Habermas und anderen zeigt. Aus heutiger Perspektive betrachtet muss das Goldene Zeitalter der Nachkriegszeit als die Ausnahme betrachtet werden, während Krisenhaftigkeit und Instabilität die Regel zu sein scheinen. Wenn das stimmt, dann kann man nicht länger mit Recht von der Krise als einem klar bestimmbaren Moment in der Zeit sprechen, sondern muss sie im Sinne eines anderen, alten marxistischen Witzes begreifen: »Ein Liberaler und ein Marxist kommen an einem obdachlosen Mann vorbei. Sagt der Liberale: ›Oh nein, das System ist beschädigt!‹ Antwortet der Marxist: ›Ach was, das System funktioniert wunderbar.‹«

Fazit

Leider sieht es ganz danach aus, als ob der Kapitalismus ökologisch motivierte Kritik ebenso erfolgreich integrieren kann und wird, wie er sich seinerzeit von sozial und künstlerisch motivierten Kritiken zu erholen wusste. Obwohl die Versuchung groß ist, die klassische Marx’sche Krisendynamik, die sich einfach nicht einstellen wollte, durch eine andere, »objektive« Krisentendenz zu ersetzen – die Rede ist von der ökologischen Variante – , entkommt man damit nicht dem Problem. Der Begriff der Krise ist stets ein vermittelter und damit von normativ eingefärbten und politisch motivierten Interpretationen bestimmter. Dabei ist es egal, ob er Umweltzerstörung oder soziale Verelendung zur Krisenursache erklärt. Ökologische Krisenkritik begeht den gleichen Fehler wie reduktionistische Formen des Marxismus vor ihr. Beide verengen das Problem zu stark und verlagern komplexe politische Fragen einfach auf andere Schauplätze. Im Fall des Klimadiskurses terminiert eine solche Verlagerung in der Regel im sogar noch spezialisierteren und unzugänglicheren Reich der Wissenschaft. Doch was eine Krise ausmacht, das wird immer in unvermeidlichen politischen Auseinandersetzungen zu klären sein, die gerade nicht unter Rückgriff auf stets verlässliche Gesetze der Naturwissenschaften geschlichtet werden können. Selbst wenn objektive Grenzen existieren sollten, ist noch lange nicht gesagt, dass sie am Ende bedeutsam sind; und auch nicht, ob nicht vielmehr die falschen politischen Kräfte von ihnen profitieren. Immerhin vermag die gegenwärtige Krise darüber aufzuklären, dass funktionale Zusammenbrüche erst dann an Bedeutung gewinnen, wenn sie politische Akteure dazu veranlassen, Alternativen zu entwickeln. Tatsächlich befinden wir uns gegenwärtig in einer Sackgasse, eingekeilt zwischen den Fronten neoliberaler Technokraten und nationalistischer Populisten. Das legt nahe, dass Krisen wahrscheinlich wirklich den falschen politischen Kräften in die Hände spielen – nämlich solchen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die eine oder andere Version des Systems um jeden Preis zu retten.

 

 

~ Von G. B. Taylor. Der Autor lebt in Berlin, erforscht soziale Bewegungen und beschäftigt sich mit politischer Theorie.

Aus dem amerikanischen Englisch von Sebastian Tränkle.

Fußnoten

  1. Solche Metaphorik findet sich u. a. in den Krisenkritiken von Jürgen Habermas, David Harvey und Nancy Fraser.
  2. Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, Stuttgart 1989, 33.
  3. Nancy Fraser, Can Society be Commodities all the Way Down? Polanyian Reflections on Capitalist Crisis, FSMH Working Paper 18 (2012), 7–8.
  4. Birgit Mahnkopf, Wachstumskritik als Kapitalismuskritik, in: Klaus Dörre/Dieter Sauer/Volker Wittke (Hrsg.), Kapitalismus­theorie und Arbeit. Neue Ansätze soziologischer Kritik, ?Frankfurt a.M. 2012, 389–409.
  5. »Der US-Senator und Begründer des Earth Day Gaylord Nelson hielt später fest: ›Es gab damals an den Universitäten einen ganz schönen Aufruhr wegen des Vietnam Kriegs. Auf fast ?jedem Campus im Land gab es Proteste, sogenannte Anti-Kriegs-Teach-ins... Da hatte ich plötzlich eine Idee: Warum nicht im ganzen Land ein Teach-in zum Thema Umwelt abhalten? Das war der Ursprung des Earth Day. « Timothy Brown, What is Earth Day, 13. April 2011, http://0cn.de/qard.
  6. Das Direct Action Network, kurz: DAN, war das wichtigste Organisationsforum der Alter-Globalisierungsbewegung in den Vereinigten Staaten. Es koordinierte Massenkundgebungen, die Gipfeltreffen des globalen Kapitals stören oder verhindern sollten. Die Gruppe Ruckus Society bietet Schulungen an, auf denen sich das technische Handwerkszeug für zivilen Ungehorsam und Demo-Aktivismus erlenen lässt: Klettern, Banner anbringen, tripod-Taktik anwenden und Blockade-Aktionen durchführen. Eine Gruppe von Teilnehmer_innen des Schwarzen Blocks der Ausschreitungen von Seattle im Jahr 1999, die sich an der Zerstörung von fremdem Eigentum beteiligten, wurden anschließend von den Medien als »Eugene Anarchists« bezeichnet. Die Stadt Eugene im Bundesstaat Oregon (USA) gilt als Zufluchtsort besonders militanter Öko-Anarchisten wie dem anarcho-primitivistischen Schriftsteller John Zerzan.
  7. Naomi Kleins vielgelesenes Buch No Logo wurde häufig als eine Art Bibel der neuen Bewegung verstanden. Naomi Klein, No Logo. Der Kampf der Global Players um Marktmacht, Hamburg 2001.
  8. Luc Boltanski, Ève Chiapello, Der neue Geist des Kapitalismus, Konstanz 2003.
  9. Nancy Fraser, Rethinking Capitalist Crisis, Vortrag bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin 2012.
  10. David Harvey, Räume der Neoliberalisierung. Theorie der ungleichen Entwicklung, Hamburg 2007; Mike Davis, Planet der Slums, Berlin 2011; Manning Marable, How Capitalism Underdeveloped Black America: Problems in Race, Political Economy and Society, Cambridge MA 1983.
  11. Mahnkopf, Wachstumskritik, 406f.
  12. James O’Connor, Natural Causes: Essays in ecological ?Marxism, New York 1998, 184, 242. (Übersetzung des Zitats, S. T.)
  13. Fraser, Can Society, 7.
  14. Neil Smith, There’s No Such Thing as a Natural Disaster, in: Understanding Katrina: Perspectives on Social Science, Juni 2006, http://0cn.de/r2nr.
  15. Nik Theodore, Neil Brenner, After neoliberalization?, in: Globalizations 7 (2010), 327–345; Neil Smith, Comment: Neo-liberalism – Dominant but dead, in Focaal: European Journal of Anthropology 51 (2008), 155–157.
  16. Fraser, Can Society, 18.
  17. Natürlich war 2011 auch ein Jahr der weltweiten Aufstände. Doch wie viel Gewicht der Kampf um Arbeitsplätze in der Ägyptischen Revolution, oder der Antikapitalismus bei Occupy Wall Street auch immer gehabt mag – keiner der beiden Fälle hat zu einer ernstzunehmenden Kursänderung neoliberaler Politik geführt und beide Aufstände gingen mit verschiedenen Formen nationalistischer Mobilisierung einher.
  18. Alex Gourevitch, The Politics of Fear Part I: What Ever Happened to the War on Terror?, in: N+1 6 (2007), http://0cn.de/o4cb.
  19. Mahnkopf, Wachstumskritik, 399.