Psychoanalyse und Nationalsozialismus

Verbot oder Anpassung? Bruch oder Kontinuität?

Bernd Nitzschke erzählt die Geschichte der Psychoanalyse im Nationalsozialismus als Geschichte des Bruchs mit dem Linksfreudianismus

In seiner Freud-Biographie hat Ernest Jones, der als Präsident der International Psychoanalytic Association (IPA) in der Zeit von 1933 bis 1945 an der institutionellen Absicherung der Psychoanalyse maßgeblich beteiligt war, das Schicksal der Psychoanalyse unter Hitler in einem Satz zusammengefasst: »Dieses Jahr (1934 – B. N.) brachte die Flucht der noch gebliebenen Analytiker aus Deutschland und die ›Liquidierung‹ der Psychoanalyse im Deutschen Reich, eine der wenigen Taten, die Hitler vollständig gelungen sind.« Die Aussage ist prägnant – und falsch. Dennoch hat sie das Geschichtsbild der Mehrheit der PsychoanalytikerInnen lange Zeit geprägt, zumal die nationalsozialistische Bücherverbrennung, der auch die Werke Freuds zum Opfer fielen, das von Jones vermittelte Bild zu bestätigen schien. Mit Beginn der 1980er Jahre setzte dann aber – angestoßen durch neuere Forschungsarbeiten – eine differenziertere Betrachtung ein. Und damit gewann auch eine Kontroverse internationale Beachtung, die bis dahin eher von lokaler Bedeutung war: Was geschah mit der Psychoanalyse unter Hitler? Wurde sie »gerettet« oder »zerstört«? Auf diese Fragen hatten die beiden deutschen Fachgesellschaften – die 1910 gegründete Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG), die bei den Kongressen in Zürich 1949 und Amsterdam 1951 nicht mehr als IPA-Zweigvereinigung anerkannt wurde, und die Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV), die 1950 neu gegründet und 1951 anstelle der DPG in die IPA aufgenommen wurde – unterschiedliche Antworten gefunden. 

Inzwischen hat diese Kontroverse eine Fortsetzung gefunden. Dabei geht es um die erweiterte Frage, ob die NS-Zeit einen Bruch in der Geschichte der Psychoanalyse darstellt oder ob sich über diese Zeit hinweg Kontinuitäten aufzeigen lassen. Nicht betroffen von diesem Streit ist die verbreitete Einschätzung, dass der psychoanalytischen Bewegung im Nationalsozialismus die Unabhängigkeit geraubt worden wäre. Dieser Interpretation soll mit diesem Artikel widersprochen werden. 

Mein Einwand lautet: Noch bevor die Nazis in der Lage waren, die Unabhängigkeit der psychoanalytischen Bewegung zu »zerstören«, gaben die Repräsentanten der DPG (die in Absprache mit Jones und anderen Vertretern der IPA handelten) psychoanalytische Positionen so weitgehend auf, dass die Nazis psychoanalytische Institutionen zunächst tolerieren und später schrittweise übernehmen konnten. Ein Verbot der Psychoanalyse im eigentlichen Sinne hat es unter Hitler deshalb nicht gegeben. 

Ich will diese These belegen, indem ich auf den Zeitraum zwischen 1933 und 1936 näher eingehe, für den sich dieser Prozess der Selbstpreisgabe deutlich nachzeichnen und anhand zweier markanter Ereignisse exemplarisch verdeutlichen lässt: Am Anfang stand der im Sommer 1933 beschlossene und zunächst geheim gehaltene Ausschluss Wilhelm Reichs aus der DPG (der damit nach den damals gültigen Statuten auch aus der IPA ausgeschlossen war); und am Ende stand im Sommer 1936 der Eintritt der DPG in das Deutsche Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie, das so genannte Göring-Institut (nach Matthias Heinrich Göring, einem Vetter des Reichsmarschalls benannt). Zwei Jahre später, 1938, kam es dann zu der von den Nazis verlangten Selbstauflösung der DPG, die von nun an als »Arbeitsgruppe A« am Deutschen Institut geführt wurde. 

Die DPG auf dem Weg zur Selbstgleichschaltung

Voraussetzung für den Beitritt der DPG in das nationalsozialistische Institut war der »freiwillige« Verzicht jener jüdischen PsychoanalytikerInnen, die noch bis Ende 1935 in der DPG verbliebenen waren, auf ihre DPG-Mitgliedschaft. Zu diesem Zweck hatte eine DPG-Mitgliederversammlung stattgefunden, an der auch der IPA-Präsident Jones teilnahm. Er berichtete darüber später in seiner Freud-Biographie: »Alsdann fuhr ich nach Berlin und präsidierte am 1. Dezember 1933 (richtig müsste es heißen: am 1. Dezember 1935 – B. N.) eine Sitzung, in der die wenigen zurückgebliebenen Juden freiwillig ihren Rücktritt nahmen, um die Vereinigung vor der Auflösung zu retten.« Dass es sich bei dem »freiwilligen« Ausscheiden der jüdischen Mitglieder um einen »Rettungsversuch« handelte, war eine durchaus weit verbreitete Deutung. So schrieb etwa auch Anna Freud 1936 in einem Brief an Jones, in dem sie von einem Treffen mit Felix Boehm, dem damaligen Vorsitzen der DPG, und über dessen Vorhaben, die DPG in das ›Göring-Institut‹ zu überführen, berichtete: »Mir scheint es begreiflich, dass er diesen Versuch machen will. Gelingt es nicht, so hat die Analyse nichts dabei verloren (...). Rettet er eine kleine Arbeitsgruppe in eine andere Zeit hinüber, so ist es gut.«

Als Erich Fromm, der zu dieser Zeit bereits in den USA lebte, erfuhr, dass er in Folge dieses »Rettungsversuches« aus der DPG ausgeschlossen worden sei, beschwerte er sich beim DPG-Vorstand. Der stellvertretende Vorsitzende Carl Müller-Braunschweig wies ihn daraufhin in einem Brief vom 21. März 1936 zurecht: Es sei »der freie Entschluss aller jüdischen Mitglieder« gewesen, aus der DPG auszutreten. »Also von Ausschluss kann keine Rede sein«. Und am 25. März 1936 erhielt Fromm dann auch noch einen Brief vom IPA-Vorsitzenden Jones, der ihm kollegial mitteilte: »Dr. Müller-Braunschweig hat mir ihren Beschwerdebrief bezüglich des Austritts der jüdischen Mitglieder weitergeleitet. Es ist nicht im wortwörtlichen Sinne richtig, dass sie ausgeschlossen wurden (Sie benutzen das Wort ›ausgeschlossen‹), aber nach einer ausführlichen Diskussion in Berlin […], bei der auch ich anwesend war, wurde letztendlich entschieden, dass es im Interesse aller sei, wenn sie ihren Austritt verkündeten.« Als Ausgleich bot Jones Fromm die freie Mitgliedschaft in der IPA an. Dem Rettungsversuch des psychoanalytischen Verbands war ein Treffen zwischen dem »Arier« Boehm und Sigmund Freud vorausgegangen. Bei diesem Treffen im April 1933 in Wien hatte Boehm mit Sigmund Freud die Frage der Neubesetzung des DPG-Vorstands erörtert. Freud war damit einverstanden, dass Boehm gemeinsam mit Carl Müller-Braunschweig den DPG-Vorsitz übernahm. Allerdings hatte Boehm zwei Bedingungen zu erfüllen: Erstens sollte er Wilhelm Reich, den Freud als »bolschewistischen« Angreifer betrachtete, aus der DPG ausschließen lassen; und zweitens sollte Boehm verhindern, dass sich während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft »innere Gegner« wie Harald Schultz-Hencke, ein Kritiker der Freud’schen Libidotheorie, »des Instituts bemächtigen und ihren Absichten dienstbar machen« konnten. Freud hatte den Wunsch, Reich aus der DPG/IPA ausschließen zu lassen, auch in einem Brief vom 17. April 1933 an den DPG-Vorsitzenden Max Eitingon geäußert: »Ich wünsche es aus wissensch.(aftlichen) Gründen, habe nichts dagegen, wenn es aus politischen geschieht, gönne ihm jede Märtyrerrolle.« Die »wissenschaftlichen« Gründe bezogen sich auf Reichs Einwände gegen Freuds Todestriebtheorie, die mit Reichs politischer Schlussfolgerung einhergingen, die Psychoanalyse sei als Instrument der Aufklärung auch im Kampf gegen den Faschismus einzusetzen. Die politischen Gründe im engeren Sinne, die Freud meinte, hatten mit der Tatsache zu tun, dass die DPG mit Reich als prominentem Mitglied, der in Berlin als kommunistischer Psychoanalytiker bekannt war, von den Nazis verboten worden wäre. 

Boehm machte sich gleich nach der Rückkehr aus Wien daran, die mit Freud abgesprochene Strategie in die Tat umzusetzen. Bereits am 6. Mai 1933 stellte er sich gemeinsam mit Müller-Braunschweig bei einer DPG-Vollversammlung zur Wahl – und erlitt Schiffbruch. Die Mehrheit der DPG-Mitglieder stimmte gegen die beiden Karrieristen und bestätigte (wenige Tage vor der nationalsozialistischen Bücherverbrennung) den jüdischen DPG-Vorsitzenden Max Eitingon noch einmal im Amt. Ein halbes Jahr später, am 18. November 1933, gelang es Boehm und Müller-Braunschweig dann aber in einem zweiten Anlauf, die Macht in der DPG zu übernehmen. Boehm leitete die Geschäfte als Vorsitzender, während Müller-Braunschweig zum Kassenwart gewählt wurde. Als Kassenwart forderte Müller-Braunschweig von geflohenen jüdischen KollegInnen alte (Stipendien-)Schulden zurück. Und als die nicht zahlten, schrieb er am 29. Dezember 1936 entrüstet an Jones: »Es scheint uns nun, dass es nicht allein wirtschaftliche Umstände sind, die den Schuldnern die Rückzahlung erschweren, sondern dass weitgehend ein Ressentiment gegen die nunmehr ausschließlich aus Nicht-Juden bestehende Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft an der Unwilligkeit zu zahlen beteiligt ist.« Jones half Müller-Braunschweig daraufhin bereitwillig bei der Eintreibung der Schulden. 

Neben dem Ausschluss jüdischer Mitglieder und der Einsetzung eines regimefreundlichen Vorstandes hatte die DPG aber noch eine weitere Hürde zu meistern, um im NS-Regime bestehen zu können. Sie bedurfte des Nachweises der Vereinbarkeit von Psychoanalyse und NS-Ideologie. Zu diesem Zweck hatte Boehm bereits im Sommer 1933 Gespräche mit NS-Funktionären geführt, die geglaubt hatten, die Psychoanalyse sei eine »jüdisch-marxistische Schweinerei«, wie es in einem schriftlichem Bericht Boehms an Jones heißt. Boehm überzeugte seine Gesprächspartner vom Gegenteil, indem er sie darauf aufmerksam machte, dass Wilhelm Reich, der auf den Verhaftungslisten der Gestapo stand, nicht die Psychoanalyse repräsentiere, die Freud und die DPG verträten. »Bekanntlich war Reich häufig öffentlich als Kommunist und Psychoanalytiker aufgetreten, wobei er seine Ansichten als Ergebnisse der Psychoanalyse hingestellt hatte. Gegen dieses Vorurteil (Reichs Ansichten entsprächen den Auffassungen Freuds und der DPG – B. N.) hatte ich zu kämpfen.« Boehms Kampf war erfolgreich. Die NS-Funktionäre forderten ihn auf, die mündlich referierte Position schriftlich einzureichen, damit ein Verbot der Psychoanalyse im NS-Staat abzuwenden sei. Diesen Auftrag gab Boehm an Müller-Braunschweig weiter, der daraufhin ein Memorandum verfasste, das er am 1. Oktober 1933 Jones und einem weiteren Vertreter der IPA, Johan van Ophujisen, in Haag vorlegte, um den Text absegnen zu lassen. Über dieses Treffen wurde auch Anna Freud informiert, die sich daraufhin mit einem zustimmenden Brief bei Boehm meldete. Nach der Rückkehr aus Haag überarbeitete Müller-Braunschweig den Text des Memorandums geringfügig, um ihn sodann unter dem Titel Psychoanalyse und Weltanschauung im nationalsozialistischen Kampfblatt Reichswart zu publizieren.

Nach dem »freiwilligen« Verzicht der Juden und Jüdinnen auf die DPG-Mitgliedschaft Ende 1935 schien dem für den Sommer 1936 geplanten Eintritt der DPG in das Deutsche Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie nichts mehr im Weg zu stehen. Oder doch? – Die DPG-Funktionäre glaubten, sie müssten den Status der DPG als IPA-Zweigvereinigung aufkündigen, um dem Göring-Institut beitreten zu können. Sie irrten sich. 1936, im Jahr der Olympiade, legten die Nazis Wert auf internationale Anerkennung. Außerdem wollten sie die internationale Bühne für ihre politische Propaganda nutzen. Dazu heißt es in einem Brief von offizieller Seite: »Die deutsche Gruppe muss unter allen Umständen bei der Internationalen Psychoanalytischen Gesellschaft bleiben, weil sie sich in Opposition zu der Freud’schen Lehre begeben hat. Sie hätte sonst nirgends Gelegenheit, vor einem internationalen Forum die Freud’sche Lehre abzutun und damit dem jüdischen Geiste der Psychoanalyse gegenüberzutreten. Wir dürfen den Kampfmöglichkeiten nicht aus dem Wege gehen, sondern müssen im Gegenteil jede Gelegenheit ergreifen, den Gegner zu stellen.«

So nahm die DPG auf den Wunsch der Nazis die bereits ausgesprochene Kündigung der IPA-Mitgliedschaft wieder zurück und blieb als »judenreine« und auf Hitlers Mein Kampf eingeschworene Truppe bis zur Selbstauflösung 1938 eine Zweigvereinigung der IPA. 

Auch auf den Beitritt der DPG zum Deutschen Institut geht Jones in seiner Freud-Biographie ein, wenngleich er nur sehr lückenhaft und anekdotisch darüber berichtet: »Es nahm einige Zeit in Anspruch, die neue Organisation auf die Beine zu stellen, und am 19. Juli 1936 traf ich Göring, Boehm und Müller-Braunschweig zu einer Besprechung in Basel [...]. Ich fand in Göring einen recht liebenswürdigen und zugänglichen Menschen.« Göring, den Jones als liebenswürdigen Menschen beschreibt, hatte in seiner programmatischen Rede, die er auf der ersten Mitgliederversammlung des Deutschen Instituts gehalten hatte, die Grundlagen der Kooperation der Therapieschulen am Deutschen Institut folgendermaßen beschrieben: »Wer heute im nationalsozialistischen Staate lebt, muss sich darüber klar sein, dass er unter ganz anderen Bedingungen zu arbeiten hat, als in einem liberalistischen Staate, wie er vor 1933 bei uns bestand und heute noch vielfach im Ausland besteht [...]. Der Nationalsozialismus nimmt heute alles für sich in Anspruch, den ganzen Menschen, auch die Wissenschaft [...]. Uns Psychotherapeuten sollte es nicht schwer fallen, die Wichtigkeit der Weltanschauung zu erfassen, da ohne Weltanschauung keine Psychotherapie getrieben werden kann.« Nachdem er so den Primat der Politik über die Psychotherapie betont hatte, ging Göring – durchaus lobend – auf die Psychoanalyse ein: »Leider hat niemand vor Freud die Erkenntnis des Unbewussten praktisch verwertet. Die Anwendungsmöglichkeit uns zu zeigen, ist das Verdienst Freuds. Seine Methode ist Allgemeingut aller Psychotherapeuten geworden.« Zum »Allgemeingut« gehörten außerdem: »Die Erhebung einer eingehenden Anamnese, die Stellung einer exakten Diagnose, die Anerkennung des Unbewussten und seiner Fixierung an lebenswichtige Situationen und Personen der Kindheit, die Therapie durch das Bewusstmachen und das Erleben der neu erkannten Inhalte.« Neben diesen Gemeinsamkeiten benannte Göring allerdings auch Unterschiede: »Es wird also unsere Aufgabe sein, in den Vorträgen, Vorlesungen und Kursen zu versuchen, eine Scheidung zwischen jüdischer und arisch-germanischer Weltanschauung herauszuarbeiten.«

Deutsche Seelenheilkunde. 
Zur inhaltlichen Ausrichtung der Psychoanalyse im NS

Mit dem Eintritt ins Deutsche Institut war schließlich ein Prozess der Anpassung, Eingliederung und Unterwerfung vollendet, dessen Bedingungen Boehm in Gesprächen mit NS-Funktionären im Sommer 1933 ausgehandelt und dessen ideologisches Begleitprogramm Müller-Braunschweig im Reichswart formuliert hatte. Müller-Braunschweig, verweist in seinem Artikel Psychoanalyse und Weltanschauung einleitend auf die »gegenwärtige Gesamtlage«, aus der sich die Notwendigkeit einer »erneuten Einwertung« der Psychoanalyse ergeben habe. Dann beschreibt er in einer für Laien verständlichen Sprache die psychoanalytische Behandlungsmethode, die nicht »auflösend und zersetzend«, vielmehr »befreiend und aufbauend« wirke. Schließlich schildert er die Therapieziele der Psychoanalyse so, wie das der SA-Mann Gauger das ein halbes Jahr später fordern sollte – in Übereinstimmung mit der nationalsozialistischen Weltanschauung: Die Psychoanalyse bemühe sich darum, »unfähige Weichlinge zu lebenstüchtigen Menschen, lebensfremde Phantasten zu Menschen, die den Wirklichkeiten ins Auge zu sehen vermögen, ihren Triebimpulsen Ausgelieferte zu solche, die ihre Triebe zu beherrschen vermögen, liebesunfähige und egoistische Menschen zu liebes- und opferfähigen, am Ganzen des Lebens Uninteressierte zu Dienern des Ganzen umzuformen. Dadurch leistet sie eine hervorragende Erziehungsarbeit und vermag den gerade jetzt neu herausgestellten Linien einer heroischen, realitätszugewandten, aufbauenden Lebensauffassung wertvoll zu dienen.« In einem Nachsatz heißt es mit Verweis auf ungenannte Kollegen dann noch: »Wir geben zu, dass nicht bei allen Veröffentlichungen des psychoanalytischen Schrifttums diese positive und schöpferische Grundhaltung deutlich genug hervortritt.«

Der Grundstein für die zukünftige Ausrichtung der psychoanalytischen Therapie im Nationalsozialismus wurde auf dem Psychotherapeuten-Kongress im Frühjahr 1934 in Nauheim gelegt. Auf diesem Kongress sollte die künftige Organisation der Psychotherapie (Hochschulausbildung, Facharztausbildung, Einordnung der Psychotherapie in die medizinisch-psychologischen Fachschaften usw.) festgelegt werden. Deshalb fanden gleichzeitig die konstituierenden Versammlungen der Deutschen allgemeinen ärztlichen Gesellschaft für Psychotherapie und der Überstaatlichen allgemeinen ärztlichen Gesellschaft für Psychotherapie statt. Im Zentralblatt für Psychotherapie, das wissenschaftlich-publizistische Organ beider Gesellschaften, wurde die Aufgabe der Gesellschaften, in deren Dienst auch die Zeitung stand, von C.G. Jung wie folgt umrissen: »Es wird […] die vornehmste Aufgabe des Zentralblattes sein, unter unparteiischer Würdigung aller tatsächlichen Beiträge eine Gesamtanschauung zu schaffen, welche den Grundtatsachen der menschlichen Seele in höherem Maße gerecht wird, als es bisher der Fall war. Die tatsächlich bestehenden und einsichtigen Leuten schon längst bekannten Verschiedenheiten der germanischen und der jüdischen Psychologie sollen nicht mehr verwischt werden, was der Wissenschaft nur förderlich sein kann.«

Was auf den ersten Blick als Widerspruch erscheinen mag, ist bei genauerer Betrachtung als Konstruktionsprinzip der neuen »deutschen Seelenheilkunde« zu erkennen: Die Komposition dieser Seelenkunde beruhte auf Selektion. Das bedeutete im Hinblick auf die Psychoanalyse die Akzeptanz all dessen, was als therapeutisch effektiv von ihr übernommen werden konnte, so z.B. die Behandlungstechnik, und die Zurückweisung all dessen, was an ihr als »jüdisch« oder gar als »jüdisch-bolschewistisch« betrachtet wurde, d.h. Menschenbild und Kulturtheorie. In einem Referat mit dem Titel Psychotherapie und politisches Weltbild hatte der Psychotherapeut und SA-Mann Kurt Gauger auf dem Kongress in Nauheim die Koordinaten der »deutschen Seelenheilkunde« bestimmt. »Es geht nicht darum, durch Aufnahme nationalsozialistischer Ausdrücke in unserer Fachsprache die Existenz der Psychotherapie dem neuen Staat als Notwendigkeit zu offerieren. Es geht darum, ob die deutsche Psychotherapie und die deutschen Psychotherapeuten dem Totalitätsanspruch des neuen Staates inhaltlich, nicht bloß formell, genügen.«

Gauger stellte auch sein Bild der Psychoanalyse vor und führte dazu aus: »Der wissenschaftliche Materialismus der Freud’schen Psychoanalyse ist aufs engste verwandt mit dem ökonomischen Materialismus der Marxisten.« Das kam einer Verurteilung gleich. Doch Gauger ließ bei aller Kritik auch manch gutes Haar an der Psychoanalyse: »Wir bestreiten nicht den Wert der Physik und der Chemie. Wir bestreiten daher auch nicht den Wert einiger Thesen der Freud’schen Psychoanalyse, die auf Grund solcher quasi naturwissenschaftlicher Beobachtung des menschlichen Seelenlebens formuliert wurden. Weltanschauliche Feindschaft besteht erst in der Sinngebung solcher Forschungsergebnisse! Anders ausgedrückt: wir bekämpfen nicht die Astronomie. Aber wir würden jedem Astronomen das Handwerk legen, der etwa die astronomische Wissenschaft als Waffe für kommunistische antireligiöse Organisationen verwenden wollte.« Das hieß: Wer – wie Wilhelm Reich – die Psychoanalyse gegen den nationalsozialistischen Staat einsetzte, wurde rückhaltlos bekämpft. Im Übrigen gebe es weder »unpolitische« Menschen noch eine politisch »neutrale« Psychotherapie. Denn jeder Mensch habe Zielvorstellungen und jede Psychotherapie habe Behandlungsziele – und die seien nun einmal mit Wertfragen, also mit weltanschaulicher Orientierung verbunden. Es komme deshalb »bei der Frage Psychotherapie und politisches Weltbild nicht auf eine ›nationalsozialistische Methode der seelischen Krankenbehandlung‹ an«, vielmehr gehe es um die Behandlungsziele. »Wenn es aber zutrifft, dass die Frage nach der seelischen Gesundheit unseres Volkes die entscheidende Frage des Nationalsozialismus ist, so entscheidend, dass sie sogar die Außenpolitik bestimmt durch die Entschließung: lieber mit Ehren unterzugehen als sklavisch leben! – Dann wird es Sie nicht mehr überraschen, wenn ich vertrete: [...] Die politischste Disziplin von allen Disziplinen aber ist die Psychotherapie!«

Auch Schultz-Henke hatte sich in einem 1934 unter dem Titel Die Tüchtigkeit als psychotherapeutisches Ziel erschienenen Artikel mit eben diesen Fragen der Übereinstimmung mit der NS-Weltanschauung befasst, auf die Müller-Braunschweig im Reichswart-Artikel und Gauger in seinem Vortrag von Nauheim Antworten suchten. Er befand nun – und anders als in einer vorausgegangenen Wortmeldung – in Übereinstimmung mit seinen neo-psychoanalytischen Anschauungen, dass NeurotikerInnen geschwächte Menschen seien, die man mit Hilfe einer Therapie von Hemmungen befreien müsse, um sie stark oder »tüchtig« zu machen. Schon Müller-Braunschweig hatte im Reichswart-Artikel klar gemacht, dass mit dieser therapeutischen Zielsetzung keine schrankenlose Enthemmung gemeint sei. Er belegte dies mit Hilfe eines Freud-Zitats: »Ein böses und nur durch Unkenntnis gerechtfertigtes Missverständnis ist es, wenn man meint, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom ›freien Ausleben‹ der Sexualität. Das Bewusstmachen der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben, die durch die vorgängige Verdrängung nicht zu erreichen war. Man kann mit mehr Recht sagen, dass die Analyse den Neurotikern von den Fesseln seiner Sexualität befreit.« In diese Richtung zielt auch die Argumentation von Schultz-Hencke: »Das Missverständnis, als handle es sich um Herstellung von Hemmungslosigkeit, konnte sich erhalten, weil zuviel Spekulation, Begriffsschiefheit und theoretische Abwegigkeit in das Lehrgebäude Freuds von ihm selbst und seinen Schülern hineingebracht wurde. So besonders die Libidotheorie, der ›Pansexualismus‹ [...]. Die Libidotheorie wird also fallen müssen und mit ihr alle zusätzlichen Spekulationen und korrespondierenden Begriffsschiefheiten. Was dann noch an neuer, vertiefter Einsicht in die Neurosenstruktur bleibt, ist immer noch großartig und erstaunlich genug.« Es waren Aussagen wie diese, die später immer wieder zitiert und gegen Schultz-Hencke vorgebracht wurden. 

Vor allem unter Kollegen, die mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus zur Emigration gezwungen wurden, lösten solche Stellungnahmen Empörung aus. Im Hinblick auf den Reichswart-Artikel aus dem Jahr 1933 schrieb Wilhelm Reich: »Als zur Emigration gezwungenes Mitglied der deutschen psa. Vereinigung erkläre ich hiermit, dass der genannte Artikel von Müller-Braunschweig eine Schande für die gesamte psychoanalytische Wissenschaft und Bewegung darstellt. Unter Führung des Vorstandes strebt die ›Deutsche Psa. Vereinigung‹ die Eingliederung in die Deutsche Allgemeine Ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie an, deren Reichsführer in einem Geleitwort im ›Zentralblatt für Psychotherapie‹ vom Dezember 1933 erklärte: ›Die Gesellschaft setzt von allen schriftstellerisch und literarisch tätigen Mitgliedern voraus, dass sie Adolf Hitlers grundlegendes Buch Mein Kampf mit allem wissenschaftlichen Ernst durchgearbeitet haben und als Grundlage anerkennen.‹ [...] Umso größer ist die Schande der Bestrebungen führender Analytiker, sich gleichschalten zu lassen.«

Die Geschichte des Vergessens

Noch auf einem 1938 in Paris abgehaltenden Kongress hatte Jones behauptet: »Die Deutsche Vereinigung [...] hat sich bisher einer beträchtlichen Selbständigkeit erfreut, eine größere Anzahl Kandidaten wurde ausgebildet und neue Mitglieder wurden aufgenommen.« Nach dem Ende des »Tausendjährigen Reichs« veränderte sich die Diktion schlagartig. Nun nahmen sich die deutschen PsychoanalytikerInnen vornehmlich als Objekte von Unterdrückung und Verfolgung und kaum mehr als Subjekte mit Anpassungsbereitschaft und opportunistischem Karrierestreben wahr. In der neu gegründeten Zeitschrift für Psychoanalyse, von der nur zwei Heft erschienen sind, stellte Müller-Braunschweig nun die Frage: »Benötigt unser Unternehmen eine Rechtfertigung?« Er beantwortet die Frage gleich selbst mit Hinweis auf Kontinuitäten, die trotz Verbot und Verfolgung aufrechterhalten worden seien: »Uns bedeutet der Name Freud, die Erscheinung des Begründers der modernen Tiefenpsychologie und das Werk, das er hinterlassen hat, eine Verpflichtung. Diese Verpflichtung fordert um so stärker, als – bei uns in Deutschland – eine Zeit hinter uns liegt, in der sein Name und seine Schöpfung verfemt waren. Das Regime zwang eine große Reihe derer, die ihre Lebensaufgabe darin gesehen hatten, sich der psychoanalytischen Forschung in Wort und Schrift zu widmen, auszuwandern. Das ›Berliner Psychoanalytische Institut‹, 1920 von der ›Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft‹ gegründet, das eine reiche Forschungs- und Lehrtätigkeit entfaltet und sich einen internationalen Ruf erworben hatte, musste sich den Forderungen des Regimes beugen und sich 1936 der allgemeinen deutschen psychotherapeutischen Organisation des ›Deutschen Instituts für psychologische Forschung und Psychotherapie‹ einordnen.« Kein Wort von den Schulden, die Müller-Braunschweig bei den Ausgewanderten einzutreiben versucht hatte; kein Wort mehr von den Maßnahmen, die gegen Juden und Jüdinnen durchgesetzt worden waren, damit die DPG ins Deutsche Institut eintreten konnte.

Was aber geschah nach dem Ende des Hitler-Regimes mit Müller-Braunschweigs Aufsatz im Reichswart? Er wurde vergessen. Und er blieb vergessen – bis er von Helmut Dahmer 1983 erneut gefunden, re-publiziert und kommentiert wurde. Nach der Re-Publikation des Reichswart-Artikels sind vereinspolitisch motivierte Beiträge zur Geschichte der Psychoanalyse unter Hitler erschienen, in denen der Reichswart-Artikel entweder gar nicht erwähnt oder als Bestandteil einer Debatte um Psychoanalyse und Psychotherapie verharmlost wurde. So hieß es zum Beispiel, in Müller-Braunschweigs Reichswart-Artikel habe »die Politik« die Darstellung der »sachliche(n) Substanz« der Psychoanalyse »nicht beeinflusst«. Und soweit darin »die Psychoanalyse auf Psychotherapie reduziert« worden sei, sei dies »kein aktuelles Zugeständnis« an das NS-Regime gewesen, vielmehr habe es sich dabei um die Fortsetzung »einer älteren Berliner Linie« gehandelt. Auch Schultz-Hencke setzte seine Arbeit nach 1945 fort, als sei nichts geschehen. Beim 16. Internationalen Psychoanalytischen Kongress, der 1949 in Zürich stattfand, brachte er unter dem Titel Zur Entwicklung und Zukunft der psychoanalytischen Begriffswelt« einen Vortrag zu Gehör, in dem er den metaphorischen Gebrauch psychoanalytischer Begriffe und die Analogien kritisierte, die zwischen frühkindlichem Erleben und dem Erleben psychisch kranker Erwachsener gezogen wurden. Im Lehrbuch der psychoanalytischen Therapie von Thomä und Kächele heißt es dazu Jahrzehnte später zurückblickend: »Die von Schultz-Hencke beim ersten Kongress der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV) nach dem Krieg in Zürich vorgetragene Kritik an der Libidotheorie und an der Metapsychologie würde [...] heute kein Aufsehen mehr erregen und von vielen Analytikern geteilt werden.« In Zürich 1949 hatte das Müller-Braunschweig, der nach dem Krieg Vorsitzender der wiederbegründeten DPG geworden war, noch ganz anders gesehen. Er ergriff die günstige Gelegenheit, um in einem Vortrag Die Neoanalyse Schultz-Henckes von der Psychoanalyse aus gesehen zu kritisieren. Damit konnte Schultz-Hencke als der Prototyp des Psychoanalytikers erscheinen, der unter Hitler die Psychoanalyse preisgegeben hatte. Und Müller-Braunschweig konnte im Anschluss an seinen Vortrag von einem Verbündeten aus alten Tagen – vom immer noch amtierenden IPA-Präsidenten Jones – als einer der wenigen gelobt werden, die unter Hitler »true, real, genuine analysts« geblieben seien.

Diese Inszenierung hatte viele Vorteile: Müller-Braunschweig, der die Psychoanalyse schon einmal – damals noch gemeinsam mit Boehm – vor Wilhelm Reich »gerettet« hatte, konnte nun noch einmal als »Retter« der Psychoanalyse, diesmal vor Schultz-Hencke, gefeiert werden. Und nach den Leistungen, die Jones zur »Rettung« der Psychoanalyse unter Hitler beigetragen hatte, fragte nun in Zürich keiner mehr. Schließlich behielt auch Jones für sich, was er von seinem britischen Kollegen John Rickman, der 1946 nach Berlin gereist war, um in verdeckten Interviews die politische Einstellung deutscher PsychoanalytikerInnen zu ermitteln, über Müller-Braunschweig erfahren hatte. Rickman hatte Müller-Braunschweigs Einstellung als »dunkelgrau« eingestuft, geringfügig freundlicher als die Einstellung Boehms, die er als »dunkelgrau wenn nicht schwarz« bezeichnete. Er empfahl deshalb, beiden während der NS-Zeit tätigen Funktionären kein Amt in psychoanalytischen Organisationen mehr anzuvertrauen. Das teilte Jones dem in Zürich versammelten Kongresspublikum allerdings nicht mit. Stattdessen beauftragte er Müller-Braunschweig kurze Zeit später mit der Gründung einer neuen Gruppe, der DPV, deren 1. Vorsitzender Müller-Braunschweig wurde, nachdem er sein Amt als 1. Vorsitzender der DPG aufgegeben hatte, welches Boehm dankbar übernahm. Und so gab es nun zwei deutsche Fachgesellschaften, die jede auf ihre Weise beanspruchten, einiges zur »Rettung« der Psychoanalyse unter Hitler beigetragen zu haben. Und als dann ein halbes Jahrhundert später die DPG beim 42. Internationalen Psychoanalytischen Kongress in Nizza 2001 wieder als Provisional Society of Council in die IPA aufgenommen wurde, wurde das gespaltene Geschichtsbild ohne große historische Aussprache beiseite gelegt – so als sei nichts geschehen. Und so blieb der eigentliche Bruch in der Geschichte der Psychoanalyse, der mit Wilhelm Reichs Ausschluss aus der DPG/IPA begonnen und im Beitritt der DPG zum Göring-Institut einen ersten Höhepunkt erreicht hatte, der Bruch mit der von den LinksfreudianerInnen vertretenen »politischen Psychoanalyse« ,undiskutiert. Otto Fenichel hatte dieses Ende kommen sehen, als er kurz vor seinem Tod im letzten aus Los Angeles verschickten Rundbrief vom 14. Juli 1945 an die LinksfreudianerInnen schrieb: »Die Entwicklung der Psychoanalyse in der Welt und insbesondere in Deutschland hat eine Richtung eingeschlagen, die es notwendig macht zu kämpfen – nicht so sehr für die korrekte Anwendung in der Soziologie, sondern vielmehr für die Weiterexistenz der Freud’schen Psychoanalyse.«

 

Bernd Nitzschke

Der Autor ist in Düsseldorf als Psychoanalytiker niedergelassen, Mitbegründer des Periodikums Luzifer-Amor – Zeitschrift für die Geschichte der Psychoanalyse und korrespondierendes Mitglied der Redaktion der Zeitschrift Psychoanalyse – Texte zur Sozialforschung.

Fußnoten

  1. Gekürzte und überarbeitete Fassung eines Beitrags, der unter dem Titel »gerettet« oder »zerstört«? – Psychoanalyse unter Hitler« Fassung 2003 in der Zeitschrift für Politische Psychologie (Jg. 11, Heft 1-3, 121-144) erschienen ist
  2. Ernest Jones, Sigmund Freud – Leben und Werk, Band 3, Bern 1962, 222.
  3. Ebd., 223.
  4. Zitiert nach: Regine Lockot, Die Reinigung der Psychoanalyse. Die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft im Spiegel von Dokumenten und Zeitzeugen (1933-1951), Tübingen 1994, 47.
  5. Zitiert nach: Rainer Funk, Erich Fromm’s Role in the Foundation of the IFPS. Evidences from the Erich Fromm Archives in Tuebingen, Lecture presented at the Workshop on the Foundation and History of the IFPS. X. International Forum of Psychoanalysis, May 5-9, 1998, Madrid.
  6. Original in Englisch; Funk, Erich Fromm’s Role, 192.
  7. Freud am 21. März 1933 an Eitingon, zitiert nach: Karen Brecht u.a. (Hrsg.), »Hier geht das Leben auf eine sehr merkwürdige Weise weiter...« – Zur Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland, Hamburg 1985, 94.
  8. Brief an Max Eitingon vom 17.4.1933, in: Sigmund Freud, Max Eitingon. Briefwechsel, Band 2: 1906-1939, Tübingen 2004.
  9. Brecht u.a., Geschichte der Psychoanalyse, 69.
  10. Felix Boehm, Bericht vom 21.8.1934 über die Ereignisse 1933-1934. Zitiert nach: Faksimile-Abdruck in Brecht u.a. (Hrsg.), »Hier geht das Leben auf eine sehr merkwürdige Weise weiter...«, 103.
  11. Gudrun Zapp, Psychoanalyse und Nationalsozialismus. Untersuchungen zum Verhältnis Medizin/Psychoanalyse während des Nationalsozialismus, Kiel 1980, 66.
  12. Jones, Sigmund Freud, 224.
  13. Matthias Heinrich Göring, Weltanschauung und Psychotherapie, in: Zeitschrift für Psychotherapie 9/1936, 290f.
  14. Carl Gustav Jung, Geleitwort, in: Zeitschrift für Psychotherapie 6/1933, 139f.
  15. Kurt Gauger, Psychotherapie und politisches Weltbild, in: Zeitschrift für Psychotherapie 7/1934, 159.
  16. Sigmund Freud, Psychoanalyse und Libido, zitiert nach: C. Müller-Braunschweig, Psychoanalyse und Weltanschauung, in: Reichswart vom 22.10.1933, hier zitiert nach Wiederabdruck in: Hans-Martin Lohmann (Hrsg.), Psychoanalyse und Nationalsozialismus. Beiträge zur Bearbeitung eines unbewältigten Traumas, Frankfurt a.M. 1984, 110.
  17. Harald Schultz-Hencke, Die Tüchtigkeit als psychotherapeutisches Ziel, in: Zentralblatt für Psychotherapie 7/1934, 92.
  18. Wilhelm Reich, zitiert nach: Otto Fenichel, 119 Rundbriefe (1934–1945), Band I (hrsg. von Elke Mühlleitner und Johannes Reichmayr), Frankfurt a.M./Basel 1998, 103.
  19. Zitiert nach: Korrespondenzblatt – Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse 24/1939, 366.
  20. Carl Müller-Braunschweig, Geleitwort des Herausgebers, in: Zeitschrift für Psychoanalyse 1/1949, I.
  21. Michael Schröter, Manichäische Konstruktion. Kritik an zwei Studien über Wilhelm Reich und seine Konflikte mit der DPG/IPV (1933-34), in: Psyche 52/1998, 181.
  22. Helmut Thom und Horst Kächele, Lehrbuch der psychoanalytischen Therapie, Bd. 1. Berlin/Heidelberg/New York 1985, XII.
  23. Karl Fallend und Bernd Nitzschke (Hrsg.), Der »Fall« Wilhelm Reich. Beiträge zum Verhältnis von Psychoanalyse und Politik, Frankfurt a.M. 2002.
  24. Original in Englisch; Fenichel, Rundbriefe Band 2, 1945.